28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
Untersuchung der effektiv wirksamen Frequenzanteile von Rauschen bei der Verdeckung von Schmalband-Chirps
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Bei audiologischen Untersuchungen von Personen mit asymmetrischem Hörverlust muss zur Verhinderung eines möglichen Überhörens das besser hörende Ohr vertäubt werden. Aufgrund der breiten Frequenzspektren von Kurzzeit-Reizen wird bei der Messung von akustisch evozierten Potentialen ausschließlich Breitbandrauschen zur Vertäubung verwendet. Auf der DGA 2024 wurde gezeigt, welcher Pegel für das Breitbandrauschen benötigt wurde um Schmalband-Chirps zu verdecken [Hots et al., DGA 2024]. Die Studie zeigte, dass der Rauschpegel etwa 30 dB oberhalb des Reizpegels gewählt werden musste. Die vorliegende Studie untersucht, ob eine ähnliche Verdeckungswirkung bei niedrigeren Pegeln erreicht werden kann, wenn anstatt eines Breitbandrauschens ein an der Reizfrequenz zentriertes Bandpassrauschen verwendet wird. Es wurde der nötige Verdeckungspegel in Abhängigkeit von der Bandbreite des Rauschsignals bestimmt. Dafür wurde ein psychoakustisches Experiment durchgeführt, in dem Schmalband-Chirps mit Mittenfrequenzen von 500, 1.000, 2.000 und 4.000 Hz untersucht wurden. Die Stimuli wurden als Reizfolge mit einer klinisch üblichen Wiederholrate von 40 Hz dargeboten. Für Breitbandrauschen und verschiedene schmalbandige Rauschen wurde jeweils der Pegel bestimmt, der notwendig war, um die Reizfolge des jeweiligen Chirps zu verdecken. Die Präsentation erfolgte monaural über Einsteckhörer. Die Ergebnisse bestätigen, dass die Wirksamkeit eines Rauschsignals vor allem von seiner Leistungsdichte im Frequenzbereich des Chirpreizes abhängt. Dieser Zusammenhang ist bei Chirps mit einer Mittenfrequenz von 500 Hz stärker ausgeprägt als bei Chirps mit 4.000 Hz. Die Verwendung von Rauschsignalen mit einem auf den Stimuli angepassten Frequenzbereich kann die Schallbelastung der Patienten reduzieren.



