27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie und Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen, Neurootologen und Otologen
27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie und Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen, Neurootologen und Otologen
Der Nutzen des Dataloggings für die Überprüfung der Mikrophone bei CI-Prozessoren
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Hintergrund: In der Nachsorge von Cochlea-Implantaten (CI) ist die technische Überprüfung der internen und externen Komponenten Routine. Der Sprachprozessor muss u.a. auf die Funktionsfähigkeit der Mikrofone überprüft werden. Diese können je nach Sprachprozessor-Modell durch das Fachpersonal abgehört oder in der CI-Anpasssoftware überprüft werden. Aktuelle CI-Systeme zeichnen auch die Nutzungsdauer des Sprachprozessors und die Exposition in bestimmten Hörumgebungen mittels Datalogging auf. Bei beidseitiger CI-Versorgung können große Abweichungen der erkannten Hörumgebungen auf defekte Mikrofone hinweisen. Ziel dieser Arbeit ist es, die Datalogging-Einträge von bilateralen CI-Trägern zu vergleichen, um mögliche Mikrofondefekte zu identifizieren.
Methodik: Die retrospektive Datenanalyse umfasst 314 bilaterale CI-Träger, die mit einem Cochlear Nucleus 6 System oder höher versorgt sind. Die individuellen Datalogeinträge wurden hinsichtlich der CI-Nutzungsdauer sowie Dauer der Hörszenen: Ruhe, Sprache in Ruhe, Sprache im Störgeräusch, Lärm und Musik analysiert und seitenweise verglichen. Bei einer vergleichbaren Tragedauer wurden Abweichungen von mehr als 15% zwischen den Hörszenen des linken und des rechten Sprachprozessors als auffällig gewertet.
Ergebnisse: Von den 628 untersuchten Sprachprozessoren wurden neun als auffällig eingestuft. Bei gleicher Tragedauer beider Sprachprozessoren konnten in der Hörumgebung „Ruhe“ signifikante Unterschiede von bis zu 54% zwischen beiden Geräten nachgewiesen werden. Einer der Sprachprozessoren erkannte lediglich die Szene „Ruhe“ zu 100%.
Anhand von zwei Fallbeispielen werden der Zeitraum der CI-Versorgung, das Trageverhalten der Patienten, die Hörumgebungen sowie die nachweisbaren Unterschiede zwischen den beiden Sprachprozessoren detailliert dargestellt.
Schlussfolgerung: Mit den Informationen aus den Datalog-Einträgen können mögliche Defekte an den Mikrofonen erkannt werden. Die Daten werden bei der CI-Anpassung ohnehin automatisch ausgelesen und angezeigt. Es wird empfohlen, diese Informationen im Rahmen der technischen Kontrolle in die klinische Routine zu integrieren.



