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Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025

Berlin-Brandenburgische Augenärztliche Gesellschaft
05.-06.12.2025
Berlin


Meeting Abstract

Einfluss der postoperativen Bauchlagerung auf die Makula nach Ablatiochirurgie

Dobrin Kolarov 1
M. Trubetskaya 1
C. Wirbelauer 1
1Berlin – Augenklinik Berlin-Marzahn

Text

Hintergrund: Die Ablatiochirurgie hat in unkomplizierten Situationen eine hohe Erfolgsrate von >90% erreicht. Trotzdem sind, auch bei anliegender Netzhaut, gewisse anatomische Veränderungen möglich, die zu einer Kompromittierung der Funktion führen können. Das Ziel dieser Untersuchung war den Einfluss eines modifizierten Lagerungsschemas nach Ablatio-OP auf die postoperative Morphologie der Makula im OCT zu überprüfen.

Methoden: Retrospektiv wurden 47 konsekutive Augen mit primärer, rhegmatogener Ablatio retinae ohne PVR, die mittels Pars-plana-Vitrektomie und SF6-Gasendotamponade behandelt wurden eingeschlossen. Postoperativ wurde eine 30‘ strenge Kopf-nach-unten Lagerung am OP-Tag, danach weiterhin Bauch- oder Seitenlagerung, je nach Foraminalage empfohlen. Zwei Wochen postoperativ wurden die Patienten kontrolliert, bei jeder Untersuchung wurden zusätzlich Makula OCT und Autofluoreszenzaufnahme durchgeführt.

Ergebnisse: In 45 Fällen (95,7%) lag die Netzhaut primär an. In 22,2% der Fälle wurden morphologische OCT-Veränderungen festgestellt, die auf der Ablatio und der OP zurückzuführen sind. In 5 Fällen zeigten sich Innenschichtfalten. Drei Augen zeigten ein Makulaödem. Ein Auge hatte geringe subretinale Flüssigkeit und ein weiteres Falten im Niveau des Pigmentepithels. Es wurden keine durchgreifenden Netzhautfalten beobachtet. Bei 3 Augen wurde eine Verschiebung der Makula anhand von Verschiebungen der Gefäßschatten im Autofluoreszenzbild festgestellt. Funktionell zeigten 62,5% der Augen postoperativ Metamorphopsien. In 12,8% hatten die Patienten binokuläre Doppelbilder. Diese Veränderungen kamen häufiger bei Patienten mit Makula ab Situation vor.

Schlussfolgerung: Eine postoperative Lagerung mit Kopftieflage für 30‘ nach Ablatio-OP ermöglicht gute anatomische Ergebnisse ohne schwerwiegende Komplikationen, wie Netzhautfalten und mit einer geringen Rate an Netzhautverschiebung. Trotz erfolgreicher anatomischer Netzhautanlage wurden funktionelle Beschwerden, wie Metamorphopsien oder Doppelbilder relativ häufig beobachtet.