Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025
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Nutzen der Weitwinkel-Fundusautofluoreszenz bei White-Dot-Syndromen
2Göttingen – Universitätsmedizin Göttingen
3Göttingen – Klinik für Augenheilkunde, Universitätsmedizin Göttingen
4Neuruppin – Medizinische Hochschule Brandenburg, Theodor Fontane
Text
Ziel: Für die Aktivitätsbeurteilung von White-Dot-Syndromen ist die Fundusautofluoreszenz von entscheidender Bedeutung. In dieser Arbeit wurde der Nutzen der Weitwinkel-Fundusautofluoreszenz im Vergleich zur Betrachtung der zentralen Autofluoreszenz (<30° und 30–50°) zur Aktivitätseinschätzung von Choriocapillaropathien untersucht.
Methoden: In dieser Studie wurden 28 Augen von 28 White-Dot-Syndrom-Patienten (MEWDS, PIC, APMPPE, MCP, BSRC) mittels grünem Filter der Fundusautofluoreszenz (CLARUS 700, Carl Zeiss Meditec, Dublin, California, USA) untersucht. Hierunter befanden sich 22 aktive und 6 inaktive Krankheitsverläufe. Pro Patient wurden 3 Visiten (Erstvorstellung, nach 4 und nach 12 Wochen) analysiert. Der Fundus wurde in eine <30°, 30–50° und >50° Zone unterteilt und das Autofluoreszenzsignal in hyper- bzw. hypoautofluoreszente Flächen, hyperautofluoreszente Fleckmuster, hypoautofluoreszente Punkte sowie ein hypoautofluoreszentes Fleckmuster mit hyperautofluoreszentem Randsaum gruppiert. Das Grading wurde von 3 unabhängigen Gradern vorgenommen durch Markierung der Punkte bzw. manueller Umrandung der Flächen (PaintX). Ein Bereich bzw. Pixel wurde gewertet, sobald er von 2 Gradern markiert wurde.
Ergebnisse: Bei Krankheitsaktivität zeigte sich generell ein signifikant häufigeres Auftreten hyperautofluoreszenter Fleckmuster (p=0,04) und Flächen (p=0,0004) sowie hypoautofluoreszenter Arale mit hyperautofluoreszentem Randsaum (p=0,002).Wir sahen eine signifikante Größenabnahme hyperautofluoreszenter Fleckmuster und hyperautofluoreszenter Flächen im zeitlichen Verlauf bei Visite 3. Außerdem fanden sich in der Peripherie (>50°) signifikant größere Flächen hyperautofluoreszenter Fleckmuster, wohingegen signifikant größere hyperautofluoreszente Flächen und signifikant mehr hypoautofluoreszente Punkte am hinteren Pol zu sehen waren.
Schlussfolgerung: In der Fundusautofluoreszenz eignen sich hyperautofluoreszente Signale gut zur Aktivitätsbeurteilung von White-Dot-Syndromen. In der Peripherie sind es die speziell die hyperautofluoreszenten Fleckmuster, die bei Krankheitsaktivität im Vergleich zu den zentralen Sektoren signifikant erhöht sind.



