Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025
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Einfluss des Geschlechts und eines Geschlechts-Mismatches zwischen Spender und Empfänger auf die Komplikationsraten nach DMEK
Text
Ziel: Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, ob das Geschlecht von Spender und Empfänger oder eine Geschlechts-Mismatch zwischen ihnen die klinischen Ergebnisse nach einer DMEK-Operation (Descemet membrane endothelial keratoplasty) beeinflusst.
Methoden: Im Zeitraum von September 2011 bis Dezember 2020 wurden an der Charité 2.191 DMEK-Operationen durchgeführt. Ausgewertet wurden jeweils nur die Operationen des ersten Auges (n=1,392, dabei 48% geschlechtsübereinstimmend, 52% nicht übereinstimmend). Die 12-Monats-, 3-Jahres- und 5-Jahres-Indizidenzen der postoperativen Komplikationen wie Transplantatabstoßung, Transplantatversagen und Entwicklung eines Sekundärglaukoms wurden mittels Kaplan-Meier-Analyse ermittelt. Die Risikofaktoren wurden mittels COX-Regressionsanalyse analysiert.
Ergebnisse: Die 5-Jahres-Inzidenz einer Transplantatabstoßung betrug insgesamt 4,4% (Männer 5,1% [95% KI 1,4%–8,8%] und Frauen 3,9% [95% KI 1,7%–6,1%]), eines Transplantatversagens 15,5% (Männer 19,1% [ 95% KI 11,9%–26.3%] und Frauen 13,5% [95% KI 7,3%–19,7%]) und eines Post-DMEK-Glaukoms 11,9% (Männer 16,3% [95% KI 9,4%–23,2%] und Frauen 8,8% [95% KI 5,8%–11,8%]). In der COX-Regressionsanalyse zeigte sich, dass das männliche Geschlecht mit einem erhöhten Risiko für ein Transplantatversagen assoziiert war (p=0,048, Hazard ratio [HR]=0,596; [95% KI 0,357–0,995], genauso wie ein präoperativ bestehendes Glaukom (p=0,002, HR=2,267 [95% KI 1,338–3,842] und die präoperative Diagnose bullöse Keratopathie (p<0,001 HR=5,783 [95% KI 3,159–10,584]) und Transplantatversagen (p<0,001 HR=5,651 [95% KI 2,928–10,905]) im Vergleich zur FED. Das Geschlecht spielte ebenso wie ein Geschlechts-Mismatch zwischen Spender und Empfänger jedoch bei den anderen Komplikationen keine Rolle.
Fazit: Das männliche Geschlecht scheint ein Risikofaktor für ein Transplantatversagen zu sein, wie dies auch schon in Studien zur perforierenden Keratoplastik gezeigt werden konnte. Ein Geschlechts-Mismatch war jedoch kein Risikofaktor für die genannten postoperativen Komplikationen und scheint bei der Wahl des Transplantats für eine DMEK von untergeordneter Rolle zu sein.



