Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025
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Die Mini-Bubble-Technik bei der DMEK
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Hintergrund: Die Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) gilt als Goldstandard in der Behandlung von Endothelerkrankungen der Hornhaut. Zur weiteren Verbesserung der chirurgischen Ergebnisse wurde die Mini-Bubble-Technik bei schwierigen intraoperativen Situationen untersucht. Dabei wird das Transplantat mittels einer kleinen Luftblase (ca. 1 mm) an der Hornhautrückfläche stabilisiert, bevor die endgültige Zentrierung und Entfaltung erfolgt.
Methode: In einer retrospektiven klinischen Untersuchung wurden 17 Augen, die mit der Mini-Bubble-Technik operiert wurden, analysiert. Dies machte in dem betrachteten Zeitraum ca. 15,9% aller durchgeführten DMEKs aus. Ausschlaggebend für die Anwendung der Mini-Bubble-Technik waren Schwierigkeiten bei der Entfaltung des Transplantates aufgrund einer anatomisch tiefen Vorderkammer oder Probleme bei der intraoperativen Vorderkammerabflachung. Dies kam in unserer Kohorte z.B. bei voroperierten Augen (Z.n. Ablatio-OPs mit Öl, Z.n. Glaukomoperationen sowie mehrfachen vorhergegangenen IOL-Austausch) oder anatomischen Besonderheiten (z.B. Myopie) vor. Zu den erhobenen Parametern gehörten best-korrigierter Visus (dezimal), Pachymetrie (µm), Endothelzellzahl (Zellen/mm2), Rebubbling-Rate sowie die Anzahl an Tensiodekompensationen in einem postoperativen Zeitraum von 6–8 Wochen.
Ergebnis: Der mittlere Visus verbesserte sich von 0,11±0,13 auf 0,26±0,20 (p=0,020). Die Pachymetrie verringerte sich von im Mittel präoperativ 668±88 µm auf postoperativ 530±44 µm (p<0,001). Der Endothelzellverlust lag bei 30,2%. Die Rebubbling-Rate betrug 23,5%. Eine postoperative Tensiodekompensation trat in einem Fall aufgrund einer Steroidreaktion auf.
Schlussfolgerung: Die Mini-Bubble-Technik stellt eine vielversprechende Hilfestellung zur Entfaltung des Transplantates bei der DMEK in schwierigen Ausgangslagen dar. Der geringere mittlere Visusanstieg, der höhere Endothelzellverlust sowie die höhere Rebubblingrate im Vergleich zur Standard-Situation könnten durch die bestehenden Komorbiditäten innerhalb der untersuchten Kohorte bedingt sein.



