Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025
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Bestimmung des retinalen Fixationsortes unter monokularen und binokularen Sehbedingungen bei verschiedenen Fixationsaufgaben
2Bonn – Universitäts-Augenklinik Bonn
Text
Ziel: Unterscheiden sich Fixationsstabilität und bevorzugter retinaler Fixationsort (preferred retinal locus of fixation, PRL) bei monokularer gegenüber binokularer Fixation und zwischen aktiven und passiven Fixationsaufgaben?
Methodik: Bei 18 orthoptisch unauffälligen Probanden wurde das Fixationsverhalten mit einem hochauflösenden binokularen Scanning-Laser-Ophthalmoskop untersucht. Fünf 40-Sekunden-Videos wurden pro Bedingung (monokular/binokular, aktiv/passiv) aufgezeichnet. PRLs wurden als Median der Blickpositionen bestimmt, Fixationsstabilität (ISOA in arcmin2) mittels Wahrscheinlichkeitsdichteanalyse berechnet und Stereopsis mit dem D10-Test quantifiziert.
Ergebnisse: Binokulare Fixation führte zu signifikant höherer Fixationsstabilität (~27% kleinere ISOA) als monokulare. Aktive Fixationsaufgaben zeigten ebenfalls eine verbesserte Stabilität (~43% kleinere ISOA) gegenüber passiven Aufgaben. PRL-Verschiebungen von wenigen Winkelminuten (Intervall: 1.15–3.83‘; Median: 2.07‘) traten auf, korrelierten jedoch nicht mit dem Stereogrenzwinkel.
Schlussfolgerungen: Fixationsstabilität wird durch binokulare Fusion und aktive Aufgaben verbessert. Kleine PRL-Verschiebungen haben keinen Einfluss auf die Stereopsis bei orthoptisch unauffälligen Personen.



