Logo

Wintertagung der Berlin-Brandenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft 2025

Berlin-Brandenburgische Augenärztliche Gesellschaft
05.-06.12.2025
Berlin


Meeting Abstract

Messerfolg optischer Biometer bei dichter Katarakt: Vergleich zwischen zwei Swept-Source-OCT-Geräten

Burkhard von Jagow 1
T. Le 1
F. Filev 1
1Eberswalde – Klinik für Augenheilkunde, Werner Forßmann Klinikum

Text

Ziel: Optische Biometer haben die Achsenlängenmessung optimiert. Allerdings muss bei dichter Linsentrübung weiterhin auf den Ultraschall A-Scan zurückgegriffen werden. Swept-Source (SS)-OCT-Biometer haben den Messerfolg der optischen Biometer zuletzt weiter erhöht. Ein SS-OCT- Biometer (ARGOS, Alcon AG) mit „enhanced retinal visualization“ (ERV)-Technologie verspricht eine weitere Steigerung des AL-Messerfolges bei dichter Katarakt. Wir verglichen die Messerfolgsrate bei Augen mit sehr dichter Katarakt dieses Biometers mit einem allgemein als Goldstandard angesehenen SS-OCT- Biometer (IOL-Master 700 (Zeiss)).

Methode: In eine prospektive und kontrollierte Studie wurden 44 präoperative Augen mit dichter Katarakt entsprechend LOCS-III-Skala N0/NC ≥5, C≥5 oder P≥5 eingeschlossen. Die Trübung wurde zusätzlich mit dem PNS-Wert der Pentacam quantifiziert. Die Biometriemessungen der beiden Geräte erfolgte in randomisierter Reihenfolge. Die Messerfolgsrate, die biometrischen Messparameter und die IOL-Kalkulation beider Geräte wurden erfasst. Die IOL-Auswahl (Acrysof SN60AT, Alcon) erfolgte, falls erfolgreich, entsprechend der Kalkulation des Goldstandard SS-OCT-Biometers (Barrett U2). In den anderen Fällen entsprechend der Kalkulation des Biometers mit ERV oder bei Versagen beider optischen Messungen auf Grundlage einer Ultraschall-A-scan-Messung (eye cubed, Ellex). Sechs Wochen postoperativ wurden die refraktiven Ergebnisse erhoben. Die Fallzahl-Berechnung basierte auf dem McNemar-Test für korrelierte Proportionen.

Ergebnis: Bei 21 Augen war der präoperative Visus Fingerzählen oder schlechter. Bei 17 Patienten musste die Katarakt-Operation als Kernexpression durchgeführt werden. Das Biometer mit ERV hatte mit 90%. eine signifikant bessere Messerfolgsrate als das Goldstandard-Biometer mit 62,5%, McNemar-Test, p=0,005. Das Biometer mit ERV war erfolgreicher bei dichter Kern- und Kortex-Trübung und bei einem höheren PNS-Wert. Der Unterschied bei subkapsulären Trübungen war nicht signifikant. Die von beiden Biometern gemessene Achsenlänge unterschied sich nicht signifikant, t-Test: p=0,37. Unterschiede gab es beim gemessenen mittleren K-Wert (4,37±0,55 mm; 4,39±0,55 mm), der zentralen Hornhautdicke und bei der Vorderkammertiefe (3,16±0,37 mm; 3,33±0,39 mm). Der prädiktive Fehler (PE) war 0,16±0,8 D für das Goldstandard-Biometer und 0,19±0,72 D für das Biometer mit ERV. Der Median des absoluten Refraktionsfehlers (MedAE) betrugt 0,562 D (Goldstandard-Biometer) und 0,375 D (Biometer mit ERV).

Schlussfolgerung: Das Biometer mit ERV-Technologie erhöhte die Messerfolgsrate bei sehr dichten Katarakten auf 90% gegenüber 62,5% beim Goldstandard-Biometer. Durch die Kombination aus Swept-Source-OCT und ERV-Technik ist die optische Biometrie auch bei sehr dichter Linsentrübung möglich.