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Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026

Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
27.-28.02.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Retrospektive Analyse parapharyngealer Raumforderungen der Glandula parotidea

Julian Hölzenbein - Uniklinik, Köln, Deutschland
Marcel Mayer - Uniklinik, Köln, Deutschland
Lisa Nachtsheim - Uniklinik, Köln, Deutschland
Louis Jansen - Uniklinik, Köln, Deutschland
Sofia Kourou - Uniklinik, Köln, Deutschland
Jens Peter Klußmann - Uniklinik, Köln, Deutschland
Arthur Charpentier - Uniklinik, Köln, Deutschland

Text

Einleitung: Parapharyngeale Raumforderungen (PPR) der Glandula parotidea (GP) stellen eine seltene Untergruppe der Speicheldrüsentumoren dar, deren chirurgische Behandlung aufgrund der komplexen anatomischen Lage besondere Herausforderungen birgt. Ziel dieser Untersuchung war es, demografische Daten operierter Patienten mit PPR der GP, deren histopathologische Verteilung sowie die postoperative Fazialisfunktion zu analysieren.

Methoden: In einer retrospektiven Analyse wurden alle PPR der GP erfasst, die zwischen August 2020 und August 2025 in der HNO-Klinik der Uniklinik Köln mit kurativem Ansatz operiert wurden. Es wurden demographische Daten, histopathologische Befunde sowie Daten zur postoperativen Funktion des Nervus facialis ausgewertet.

Ergebnisse: Insgesamt konnten n=40 Fälle identifiziert werden. Das mittlere Alter lag bei 56,8 ± 15,4 Jahren. 52,5 % der Patienten waren weiblich. Postoperativ zeigten 62,5 % eine periphere Fazialisparese (HBS II=21, HBS III=1, HBS IV=0, HBS V=2). Der maximale Tumordurchmesser lag im Mittel bei 3,93 ± 1,96 cm. 87,5 % der Tumoren waren benigne und 12,5 % waren maligne. Häufigste Entität war das pleomorphe Adenom (62,5 %), gefolgt vom Zystadenolymphom (17,5 %). Unter den n=5 malignen Tumoren fanden sich n=2 Speichelgangkarzinome, n=1 Karzinom ex pleomorphes Adenom, n=1 myoepitheliales Karzinom und n=1 polymorphes Adenokarzinom. Ein größerer maximaler Tumordurchmesser war nicht signifikant mit Malignität assoziiert (benigne=3,96 cm; maligne=3,7 cm; p=0,553).

Diskussion: Es zeigt sich, dass ein relevanter Anteil PPR der GP maligne ist. Der maximale Tumordurchmesser scheint kein Prädiktor für die Dignität zu sein. Angesichts der eingeschränkten Möglichkeiten einer präoperativen invasiven Diagnostik erscheint daher eine chirurgische Therapie dieser Raumforderungen indiziert.