Logo

Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2025


07.-08.03.2025
Solingen

Meeting Abstract

Evaluierung der Wirksamkeit von VCP-Inhibitoren in der Therapie von Kopf-Hals-Karzinomen (HNSCC)

Inga M. C. Seuthe - Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- u. Hals-Chirurgie, Universität Witten/Herdecke, Katholisches Krankenhaus Hagen, Hagen, Deutschland
Goar Agabekian - Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- u. Hals-Chirurgie, Universität Witten/Herdecke, Katholisches Krankenhaus Hagen, Hagen, Deutschland
Karin Strehl - Praxis für Strahlentherapie, Medizinisches Versorgungszentrum Prof. Dr. Uhlenbrock und Partner, Dortmund, Deutschland
Eric Ehrke-Schulz - Zentrum für Biomedizinische Ausbildung und Forschung (ZBAF), Lehrstuhl für Virologie und Mikrobiologie der Universität Witten/Herdecke, Witten, Deutschland
Jonas J.-H. Park - Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- u. Hals-Chirurgie, Universität Witten/Herdecke, Katholisches Krankenhaus Hagen, Hagen, Deutschland

Text

Einleitung: Die derzeitigen Therapieansätze bei HNSCC bieten eine relative 5-Jahres-Überlebensrate von ca. 50-60%. Daher sind neue Ansätze erforderlich, um die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Die AAA-ATPase VCP spielt eine entscheidende Rolle in verschiedenen biologischen Prozessen und wirkt als antiapoptotischer Faktor. Die Hemmung von VCP kann einen immunogenen Zelltod induzieren. Eine hohe VCP-Expression ist in 52-67% der HNSCC nachgewiesen. In einer experimentellen Studie bei Ösophaguskarzinomen konnte gezeigt werden, dass die Kombination von VCP-Inhibitoren und Radiatio zu einem signifikant besseren Zelltod führt als die alleinige Radiatio.

Methoden: In dieser Studie wurden HNSCC-Zellkulturen mit den VCP-Inhibitoren NMS-873 und CB-5083 behandelt. Zudem wurde die Kombinationstherapie von CB-5083 und Strahlentherapie untersucht. Dazu wurden 10.000 Tumorzellen (2000 Tumorzellen/ml) einen Tag vor der Radiatio mit CB-5083 behandelt. Die Strahlentherapie erfolgte mittels des Linearbeschleunigers Infinity mit 6 Megavolt-Photonen und der Verwendung von Bolusmaterial. Die Zellviabilität wurde mittels CCK-8- und Kristallviolett-Assays beurteilt.

Ergebnisse: Die alleinige Behandlung mit VCP-Inhibitoren führte zu einem dosisabhängigen Zelltod, wobei die erforderlichen Dosen über den in-vivo-Toxizitätsdosen lagen. Die Reaktionen der verschiedenen HNSCC-Zellkulturen auf die Kombinationstherapie aus VCP-Inhibitor (CB-5083) und Strahlentherapie waren unterschiedlich. Insgesamt zeigte die Kombinationstherapie im Vergleich zur alleinigen Radiatio eine geringere Zellviabilität.

Diskussion: Diese Studie liefert erste Hinweise darauf, dass eine Therapie mit VCP-Inhibitoren HNSCC-Tumorzellen für die Strahlentherapie sensibilisieren könnte, was potenziell die Behandlung von HNSCC-Tumoren verbessern könnte. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die genauen Mechanismen zu verstehen