Logo

Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2025


07.-08.03.2025
Solingen

Meeting Abstract

Schwere Hypophosphatämie nach Eisencarboxymaltose-Gabe bei Epistaxis induziertem Eisenmangel

Freya Droege - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Christina Kaiser - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Stephan Lang - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Felicia Toppe - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Antonia Lakomek - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Lukas Boosfeld - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Julia Garvert - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Björn Kropf - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Noemi Voß - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Nadia Sadok - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
Marie Carolin Schleupner - Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland

Text

Einleitung: Die Erkrankung hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (HHT, Morbus Osler) führt bei Betroffenen oft zu rezidivierender Epistaxis mit einer Eisenmangelanämie. Die Therapie eines Eisenmangels mit intravenösen Eisenpräparaten wie Eisencarboxymaltose (Ferinject®) kann zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) wie z.B. einer Hypophosphatämie führen. Der vorliegende Fallbericht beschreibt einen 38-jährigen Patienten, der nach wiederholter Eisencarboxymaltose-Injektion eine Hypophosphatämie mit konsekutiver atraumatischer Oberschenkelhalsfraktur erlitt.

Fallbericht: Ein 38-jähriger männlicher Patient mit HHT (vier erfüllte Curaçao Kriterien) und rezidivierender Epistaxis litt an einer ausgeprägten Eisenmangelanämie (durchschnittlicher Hämoglobinwert: 8,7 g/dl). Aufgrund rezidivierender Magenschmerzen und Obstipation lehnte der Patient eine regelmäßige orale Eisentherapie ab und erhielt regelmäßig alio loco Eisencarboxymaltose intravenös. Anschließend berichtete er über Knochenschmerzen, insbesondere im Bereich der rechten Hüfte. Es wurde eine atraumatische Oberschenkelhalsfraktur rechts diagnostiziert. Zudem fiel ein Vitamin-D-Mangel auf. Auch nach hochdosierter Vitamin-D-Substitution stieg der Wert nicht adäquat. Zudem zeigte sich ein deutlicher Anstieg des Parathormons. Die intravenöse Gabe der Eisencarboxymaltose führte demnach zu einem renalen Phosphatverlust; dieser bedingte eine Hypokalzämie mit einem sekundären Hyperparathyreoidismus. Nach dem Wechsel des Eisenpräparats auf Eisen(III)-Derisomaltose (Monofer®) normalisierten sich die Laborwerte und auch die Fraktur heilte folgenlos ab.

Diskussion: Die Hypophosphatämie ist eine häufige UAW der Eisencarboxymaltose und kann bereits nach einmaliger intravenöser Eisengabe auftreten. Wir berichten über einen Patienten mit HHT, der aufgrund eines durch rezidivierende Epistaxis induzierten Eisenmangels und konsekutiver Eisencarboxymaltose-Gabe an einer Hypophosphatämie mit atraumatischer Oberschenkelshalsfraktur litt. Demnach sollten insbesondere bei Betroffenen, die nach intravenöser Eisengabe über Knochenschmerzen klagen, neben Kontrollen des Hämoglobinwertes und der Eisenparameter auch Untersuchungen hinsichtlich der Phosphat- und ggf. auch Kalzium- und Parathormonwerte durchgeführt werden. Bei eingetretener Hypophosphatämie ist ggf. eine Therapie und ein Wechsel des Eisenpräparats indiziert.