Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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EUS-gesteuerte Coilembolisation mit Kleberapplikation bei Morbus Osler mit hepatischer Gefäßmalformation und gastraler Varizenblutung – ein Fallbericht
Text
Hintergrund und Ziel: Morbus Osler (hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie, HHT) ist eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung mit Gefäßmalformationen und Shunts, die typischerweise die Nasenschleimhaut, Lunge, das Gehirn und den Gastrointestinaltrakt betreffen. Eine Leberbeteiligung kann arterio-portal, arterio-venös und/oder porto-venös shuntende Gefäßmalformationen einschließen und so u. a. eine portale Hypertonie mit Aszites sowie gastroösophagealen Varizen und Varizenblutung verursachen. Blutungen aus gastralen Varizen sind hierbei häufig besonders schwer zu kontrollieren. Therapeutisch erfolgt bislang meist eine „blinde“ endoskopische Injektion von Cyanoacrylat in die blutende Varize, was mit einem relevanten Embolisationsrisiko des Klebstoffs verbunden sein kann. Zunehmend etabliert sich daher die EUS-gesteuerte Coil-Embolisation von gastralen Varizen mit anschließender Kleberapplikation als gezielteres Verfahren, bei dem das Embolisationsrisiko des Klebstoffs durch die vorherige Coilapplikation reduziert werden kann.
Methode: Wir berichten über eine 62-jährige Patientin mit seit 2020 diagnostiziertem M. Osler mit ausgeprägter portaler Hypertonie aufgrund arterio-portalen Gefäßmalformationen mit hochgradigem, teils turbulentem Shuntfluss und sehr großen ösophagogastralen Varizen. Klinisch kam es im Herbst 2025 zu rezidivierenden, anhaltenden und therapieresistenten Blutungen aus Fundus-/Magenvarizen mit wiederholtem Transfusions- und Endoskopiebedarf und intensivmedizinischer Überwachung. Nach konventionellen Blutstillungsmaßnahmen (Cyanoacrylat/Hämostasepulver) erfolgte sekundärprophylaktisch eine mehrsitzige EUS-gesteuerte Varizentherapie mit intravariköser Coil-Implantation und zusätzlicher Cyanoacrylat-Applikation unter Doppler-Flusskontrolle, teils fluoroskopisch.
Ergebnis: Initial kam es bei sehr hohem Shuntfluss und zu kleinem Coildurchmesser zu einer cranialen Coil-Migration in das periösophageale variköse Flussgebiet mit unzureichender Obliteration. Nach Eskalation auf großkalibrige Coils (20 mm) wurde eine stabile Lage und suffiziente Sklerosierung erreicht. Klinisch konnte letztlich durch die EUS-Coiltherapie eine anhaltende Blutstillung ohne erneute Blutungsereignisse erreicht werden.
Zusammenfassung: Bei M. Osler-assoziierter hochgradig shuntgetriebener portal-hypertensiver Fundus-/Magenvarizenblutung kann eine EUS-gesteuerte kombinierte Coil‑ und Klebertherapie auch bei sehr großen Varizen in Mehrfachsitzungen klinisch erfolgreich sein.



