Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Einweg-Gastroskope zur Entlastung des Endoskopiefachpersonals bei nächtlichen Notfall-Endoskopien: Eine Post-hoc Analyse der One-Scope II RCT
Text
Hintergrund und Ziel: Die Aufbereitung wiederverwendbarer Endoskope stellt eine zeitaufwendige Tätigkeit für das Endoskopiefachpersonal dar, insbesondere bei Notfalluntersuchungen außerhalb der Regelarbeitszeiten. Die Verwendung von Einweg-Gastroskopen könnte daher zu einer relevanten Reduktion der erforderlichen Arbeitszeit des Endoskopiefachpersonals führen.
Methode: Im Rahmen einer Post-hoc Analyse der monozentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie „One-Scope II“ wurden die Arbeitszeiten des Endoskopiefachpersonals bei Notfalleinsätzen aufgrund einer oberen gastrointestinalen Blutung außerhalb der regulären Dienstzeiten analysiert. Eingeschlossen wurden Fälle, bei denen ausschließlich eine Notfall-Gastroskopie mit einem Einweg- oder einem Mehrweg-Gastroskop zwischen April 2023 und März 2024 durchgeführt wurde. Der primäre Endpunkt war die gestempelte Arbeitszeit. Das Endoskopiefachpersonal war hinsichtlich des Endpunkts verblindet.
Ergebnis: In beiden Gruppen wurden jeweils 10 Patienten untersucht. Die mittlere Arbeitszeit des Endoskopiefachpersonals betrug 75,2 ± 39,7 Minuten in der Einweg-Gruppe gegenüber 105,2 ± 31,0 Minuten in der Mehrweg-Gruppe, was einer numerischen Reduktion um 30,0 Minuten (28,5%) entspricht. Der Unterschied war statistisch nicht signifikant (p = 0,077; Welch-t-Test), zeigte jedoch eine große Effektstärke (Cohen’s d = 0,84).
Zusammenfassung: Der Einsatz von Einweg-Gastroskopen zeigte eine relevante Tendenz zur Reduktion der Arbeitsbelastung des Endoskopiefachpersonals bei Notfalluntersuchungen außerhalb der Regelarbeitszeiten. Dies könnte ein Ansatz sein, um die begrenzte Ressource Arbeitskapazität des Endoskopiefachpersonals gezielt zu schonen. Die potenziellen Vorteile von Einweg-Endoskopen müssen jedoch kritisch gegenüber deren ökologischen Auswirkungen, Nachhaltigkeit und der generellen Sinnhaftigkeit ihres Einsatzes abgewogen werden.



