Logo

Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

LARS nach kontinenzerhaltender Rektumresektion – Prävalenz und Versorgungsdefizite in der Nachsorge

A. Berger - Universitätsmedizin Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
A.-J. Russ - Universitätsmedizin Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
C. Jansen - LVR-Klinik, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Essen, Deutschland
J. Keyl - Universitätsmedizin Essen, Institut für künstliche Intelligenz in der Medizin, Essen, Deutschland
Y. Alberti - Universitätsmedizin Essen, Strahlenklinik, Essen, Deutschland
S. Kasper-Virchow - Universitätsmedizin Essen, Klinik für Innere Medizin, Tumorforschung, Essen, Deutschland
A. D. Rink - Universitätsmedizin Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Das anteriore Resektionssyndrom (Low Anterior Resection Syndrome, LARS) stellt eine häufige funktionelle Langzeitkomplikation nach kontinenzerhaltender Rektumresektion dar und betrifft bis zu 50% der Patienten. Die Symptomatik kann die gesundheitsbezogene Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Systematische Daten zur funktionellen und psychosozialen Nachsorge im klinischen Alltag sind jedoch weiterhin limitiert.

Methode: In einer explorativen Querschnittsanalyse wurden Patienten eingeschlossen, die eine kontinenzerhaltende Rektumresektion aufgrund eines Rektumkarzinoms erhalten hatten und an unserem Zentrum nachbetreut wurden. Mithilfe standardisierter Fragebögen wurden funktionelle Beschwerden unter Verwendung des validierten LARS-Scores, psychosoziale Belastungen sowie in Anspruch genommene therapeutische und unterstützende Maßnahmen erfasst und deskriptiv ausgewertet.

Ergebnis: Es konnten Daten von 34 Patienten ausgewertet werden. Ein Major-LARS lag bei 32,4% der Befragten vor, 11,8% zeigten ein Minor-LARS. 55,9% berichteten über geringe oder keine funktionellen Beschwerden. Ein relevanter Anteil der Betroffenen gab eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität begleitet von psychosozialer Belastung an. Strukturierte Nachsorgeprogramme oder spezialisierte Therapieangebote wurden nur selten in Anspruch genommen, da spezifische, auf funktionelle Beschwerden ausgerichtete Versorgungsangebote häufig fehlten.

Zusammenfassung: Die Ergebnisse bestätigen die relevante Prävalenz des LARS nach kontinenzerhaltender Rektumresektion und weisen auf Defizite in der funktionellen und psychosozialen Nachsorge hin. Eine strukturierte, interdisziplinäre Nachsorge unter systematischer Erfassung funktioneller Parameter erscheint erforderlich.