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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen und geschlechtsspezifischen Unterschieden auf das Interesse an der Chirurgie

A. Dedovic - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
A. Mantas - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
M. Kaths - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
E. Malamutmann - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
S. Herbstreit - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Unfall-, Hand- Wiederherstellungschirurgie, Essen, Deutschland
A. Oezcelik - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland; Universität Duisburg-Essen, Institut für Geschlechtersensible Medizin, Essen, Deutschland
T. F. Ulmer - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
U. P. Neumann - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland; Universitätsklinikum Maastricht, Klinik für Chirurgie, Maastricht, Die Niederlande
S. M. Schmitz - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: In der Chirurgie zeichnet sich ein zunehmender Nachwuchsmangel ab, der unter anderem durch ein abnehmendes Interesse von Medizinstudierenden an Chirurgie bedingt ist. Während strukturelle und lebensstilbezogene Einflussfaktoren auf die Karriereentscheidung von Studierenden bereits umfassend untersucht wurden, ist die Rolle individueller Persönlichkeitsmerkmale bislang nicht ausreichend geklärt. Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen, Geschlechtsunterschieden, vorheriger chirurgischer Erfahrung und dem Interesse von Medizinstudierenden an einer chirurgischen Laufbahn zu untersuchen.

Methode: Studierende des achten Semesters, die in unserer Klinik ein zweiwöchiges chirurgisches Blockpraktikum absolvierten, wurden in die Studie eingeschlossen. Die Erfassung der Persönlichkeitsmerkmale erfolgte mithilfe des Big Five Inventory (BFI). Vor und nach dem Praktikum erfolgte die Erhebung von Fragebögen zur Wahrnehmung der Chirurgie, zu selbsteingeschätzten Fähigkeiten sowie zum Karriereinteresse. Gruppenunterschiede und Zusammenhänge wurden mittels t-Tests, Varianzanalysen (ANOVA), gepaarten t-Tests und Korrelationsanalysen analysiert.

Ergebnis: Insgesamt wurden 73 Studierende (63% weiblich) eingeschlossen. Studierende mit Interesse an einer chirurgischen Karriere wiesen im Vergleich zu Studierenden ohne chirurgisches Interesse signifikant höhere Extraversion sowie niedrigere Werte in Verträglichkeit auf. Weibliche Studierende zeigten höhere Werte in Verträglichkeit, während männliche Studierende höhere Werte in Extraversion erzielten. Die wahrgenommene persönliche Passung für die Chirurgie war stark mit dem Interesse an einer chirurgischen Karriere assoziiert (ρ = .646, p < .001). Zudem war vorherige chirurgische Erfahrung signifikant mit einem stärkeren Interesse an der Chirurgie verbunden, und das durchschnittliche Interesse nahm nach Abschluss des Praktikums signifikant zu (p = .034).

Zusammenfassung: Persönlichkeitsmerkmale, insbesondere Extraversion und Verträglichkeit, sowie frühere chirurgische Erfahrungen und die wahrgenommene persönliche Passung zur Chirurgie stehen in signifikantem Zusammenhang mit dem Interesse von Medizinstudierenden an einer chirurgischen Karriere. Frühzeitige klinische Exposition und gezielt ausgerichtete Ausbildungsansätze, die wahrgenommene Diskrepanzen zwischen individuellen Persönlichkeitseigenschaften und chirurgischer Berufsidentität adressieren, könnten zu einer inklusiveren Nachwuchsgewinnung in der Chirurgie beitragen.