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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Mechanismen der Degradation chirurgischer Nahtmaterialien – eine experimentelle In-vitro-Studie

F. Hempen - St. Josef Hospital Universitätsklinikum Der Ruhr-Universität Bochum, Klinik Für Allgemein- U. Viszeralchirurgie IFL, AG Translationale Chirurgische Forschung, Bochum, Deutschland
B. Majchrzak-Stiller - St. Josef Hospital Universitätsklinikum Der Ruhr-Universität Bochum, Klinik Für Allgemein- U. Viszeralchirurgie IFL, AG Translationale Chirurgische Forschung, Bochum, Deutschland
I. Peters - St. Josef Hospital Universitätsklinikum Der Ruhr-Universität Bochum, Klinik Für Allgemein- U. Viszeralchirurgie IFL, AG Translationale Chirurgische Forschung, Bochum, Deutschland
J. Strotmann - St. Josef Hospital Universitätsklinikum Der Ruhr-Universität Bochum, Klinik Für Allgemein- U. Viszeralchirurgie IFL, AG Translationale Chirurgische Forschung, Bochum, Deutschland
L. Skrzypczyk - St. Josef Hospital Universitätsklinikum Der Ruhr-Universität Bochum, Klinik Für Allgemein- U. Viszeralchirurgie IFL, AG Translationale Chirurgische Forschung, Bochum, Deutschland
W. Uhl - St. Josef Hospital Universitätsklinikum Der Ruhr-Universität Bochum, Klinik Für Allgemein- U. Viszeralchirurgie IFL, AG Translationale Chirurgische Forschung, Bochum, Deutschland
C. Braumann - Ev. Krankenhaus Herne-Mitte, Akademisches Lehrkrankenhaus der Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland
P. Höhn - St. Josef Hospital Universitätsklinikum Der Ruhr-Universität Bochum, Klinik Für Allgemein- U. Viszeralchirurgie IFL, AG Translationale Chirurgische Forschung, Bochum, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Die Stabilität chirurgischer Nahtmaterialien ist insbesondere bei pankreaschirurgischen Eingriffen von zentraler Bedeutung. Postoperative Pankreasfisteln führen zum Kontakt der Nähte mit enzymreichem Sekret, was potenziell die mechanische Integrität beeinträchtigen kann. Ziel dieser Studie ist die systematische Untersuchung der zeitabhängigen Veränderung der maximalen Reißfestigkeit verschiedener Nahtmaterialien unter pankreatischen Bedingungen. Des Weiteren soll gezeigt werden, ob mögliche Veränderungen enzym-, pH- oder bicarbonatabhängig sind sowie, ob material- oder herstellerspezifische Unterschiede bestehen.

Methode: Untersucht wurden verschiedene monofile Nahtmaterialien der Stärke 5-0 von unterschiedlichen Herstellern aus den drei Materialklassen Polyamid, Polypropylen und Polybutylester. Die Fäden wurden unterschiedlichen Inkubationslösungen ausgesetzt und bei 37°C inkubiert (Vollelektrolytlösung, pH-adaptierte Elektrolytlösung, humanes Pankreassekret, Bicarbonatlösung, jeweils in verschiedenen Konzentrationen). Die Bestimmung der maximalen Reißfestigkeit erfolgte nach abgeschlossener Inkubation zu unterschiedlichen Zeitpunkten mittels TIRAtest 28025 bei Raumtemperatur.

Ergebnis: Die Ergebnisse liefern einen großen Beitrag zur Klärung der Degradationsmechanismen nicht-resorbierbarer Nahtmaterialien unter physiologischen Bedingungen und unterstützen damit eine evidenzbasierte Auswahl geeigneter Materialien in der Pankreaschirurgie.

Zusammenfassung: Differenzierte Untersuchungen enzymatischer, pH- und bicarbonatabhängiger Einflüsse sowie material- und herstellerspezifischer Unterschiede tragen zu einer präzisen Charakterisierung potenzieller Degradationsmechanismen bei. Das wissenschaftliche Potenzial liegt in der Schaffung einer belastbaren experimentellen Grundlage für die evidenzbasierte Auswahl geeigneter Nahtmaterialien in der Pankreaschirurgie. Für Patientinnen und Patienten ergibt sich daraus perspektivisch eine erhöhte Nahtstabilität im postoperativen Verlauf, eine Reduktion pankreasfistel-assoziierter Komplikationen sowie eine verbesserte klinische Sicherheit.