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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Korrelation von Handkraft und Psoas-Muskel bei Lebertransplantationskandidaten

E. Malamutmann - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
C. Neuhaus - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
L. Umutlu - Universitätsklinikum Essen, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Essen, Deutschland
S. Schmitz - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
J. Miroslav - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
C. G. Klein - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
J. Bednarsch - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
U. Neumann - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland; Maastricht University Medical Center, Department of Surgery, Maastricht, Die Niederlande
A. Oezcelik - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland; Universität Duisburg-Essen, Institut für Geschlechtersensible Medizin, Essen, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Sarkopenie ist ein unabhängiger Mortalitätsprädiktor bei Lebertransplantationskandidaten. Die CT-basierte Messung der Psoasmuskulatur gilt als Referenzstandard, ist jedoch nicht routinemäßig verfügbar. Die Handkraftmessung bietet eine einfache Bedside-Alternative. Ziel dieser Studie war die Validierung der Korrelation zwischen Handkraft und CT-gemessener Psoasmuskel-Masse in einer deutschen Transplantationskohorte sowie die Entwicklung eines klinischen Prädiktionsmodells.

Methode: In dieser retrospektiven Kohortenstudie wurden 96 Patienten mit terminaler Leberzirrhose zur Transplantationsevaluation am Universitätsklinikum Essen (01/2020–12/2024) eingeschlossen. Standardisierte Handkraft-, Ganggeschwindigkeits- und CT-basierte Psoasflächen-Messungen (L3/4-Höhe) wurden durchgeführt. Pearson-Korrelation, multiple lineare Regression und Cox-Regressionsanalysen erfolgten mit Benjamini-Hochberg-Korrektur für multiples Testen.

Ergebnis: Die Handkraft korrelierte signifikant mit der totalen Psoasfläche (r=0,35; 95%-KI 0,16–0,51; p=0,002). Ein multiples Regressionsmodell mit Handkraft, Körpergewicht und Körpergröße (R²=0,27) erreichte eine Sensitivität von 72% und Spezifität von 68% für die Sarkopenie-Detektion (AUC=0,74). In der multivariaten Cox-Regression war der Psoas-Index der einzige Prädiktor, der sowohl die Wartelisten-Mortalität (HR=0,85 pro 100 mm²/m²; p=0,032) als auch die Post-Transplantations-Mortalität (HR=0,82; p=0,002) unabhängig vorhersagte. MELD-Score und Ganggeschwindigkeit verloren nach Transplantation ihre prognostische Signifikanz.

Zusammenfassung: Die Handkraft korreliert moderat mit der CT-gemessenen Psoasmuskel-Masse bei Lebertransplantationskandidaten. Das abgeleitete Prädiktionsmodell bietet limitierte Genauigkeit und kann die CT-Bildgebung nicht ersetzen, könnte aber als Screening-Instrument zur Vorselektion beitragen. Der Psoas-Index war der einzige Parameter mit prognostischer Relevanz über den gesamten Transplantationsverlauf.