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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Ausgeprägtes retroperitoneales Hämatom bei A. iliaca communis Einriss rechts im Rahmen einer laparoskopischen Cholezystektomie

D. Gajda - Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Chirurgie, Herdecke, Deutschland
B. Limper - Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Chirurgie, Herdecke, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Wir führen eine initial unkomplizierte lap. Cholezystektomie bei einem 30-jährigen gesunden Pat. mit symptomatischer Cholezystolithiasis durch. Perioperativ zeigt sich im Verlauf ein ausgeprägtes retroperitonealen Hämatom mit kurzzeitiger hämodynamischer Relevan.

Methode: Die lap. Cholezystektomie erfolgt mit Einbringen des infraumbilikalen Trokars unter Sicht mittels Mini-Laparatomie. Nach Insufflation des Pneumoperitoneums kam es zu einem kurzzeitigen selbst-limitierenden Blutdruckabfall, welcher auf eine allergische Reaktion auf zuvor verabreichtes Metamizol zurückgeführt wird. Der weitere Verlauf war unter stets erhaltener Kreislaufstabiltät unkompliziert. Vor Bergen der Gallenblase zeigt sich im Rahmen der diagn. Laparoskopie marginal intraperitoneales Blut mit einer Anhebung des Retroperitoneums. Es folgt das zügige Beenden der OP mit zuletzt erneutem Kreislaufeinbruch unmittelbar nach Desufflation. Bei nunmehr Hb-Abfall von 6 Punkten wird unverzüglich ein CT-Abdomen, noch intubiert und unter laufender Transfusion durchgeführt. Hier zeigt sich ein großes extraperitoneales Hämatom rechts. Es folgt eine DSA mit Nachweis eines intraluminalen Einriss der A. iliaca communis rechts, welcher per Stent suffizient therapiert werden konnte.

Ergebnis: Im weiteren postooperativen Verlauf kommt es zu einem Harnstau rechts durch das Hämatom mit konsekutiver Anlage einer DJ-Schiene. Wir begannen eine prophylaktische antibiotische Therapie. Intermittierend imponierte ein Resorptionsfieber ohne CT- oder laborchemischen Anhalt für eine Abszedierung des größenkonstanten Hämatoms. Nach Stent-Intervention Empfehlung für lebenslange ASS-Therapie sowie initial 3-monatl. Kontrollsonografie gefäßchirurgisch. Klinisch war der Pat. rasch beschwerdearm und beendete den Aufenthalt nach 13 Tagen.

Zusammenfassung: Die sichere Ursache des Gefäßeinrisses bleibt ungeklärt und zur Diskussion. Infrage kommen neben iatrogener stumpfer Verletzung ein durch die Insufflation des Peritoneums bedingten Spontaneinriss prädisponierter Schwachstellen der Gefäßwand, welcher durch den anhaltenden intraabdominellen Druck während der Operation unbemerkt blieb.