Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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EUS-gesteuerte Hepaticogastrostomie als Therapie bei abgehängtem linksseitigem Gallenwegssystem nach kurativer Resektion von kolorektalen Lebermetastasen – ein Fallbericht
Text
Hintergrund und Ziel: Postoperative biliäre Leckagen nach Leberresektion entstehen meist durch direkte Gallenwegsverletzungen (z.B. partielle Transektion, thermische Läsion, insuffizienter Stumpfverschluss); seltener liegen Durchblutungsstörungen mit konsekutiver ischämischer Cholangiopathie zugrunde. Klinisch relevant werden biliäre Leckagen insbesondere durch Biliom-Bildung, Peritonitis und Sepsis. Diagnostisch wegweisend sind biliärer Ausfluss über intraabdominelle Drainagen bzw. der Nachweis in der Bildgebung. Therapeutisch erfolgen – je nach Anatomie und Schweregrad – in der Regel endoskopische Maßnahmen mittels ERCP mit transpapillärem Stent und ggf. ergänzender Drainage von Kollektionen oder alternativ eine perkutane transhepatische Drainage (PTCD). Bei aufgehobener Gallengangskontinuität bzw. isolierten, „abgehängten“ Segmentgängen können diese Standardverfahren jedoch erschwert oder nicht durchführbar sein. In solchen komplexen Situationen kann eine EUS-geführte Hepaticogastrostomie (EUS-HGS) als Alternativ-Verfahren eine interne Drainage über den Magen mit hohem Patientenkomfort ermöglichen.
Methode: Wir berichten über eine 44-jährige Patientin nach ausgedehnter kurativ intendierter Leberresektion wegen hepatisch metastasiertem kolorektalem Karzinom. Postoperativ bestand eine progrediente Cholestase. Die bildgebende Diagnostik zeigte eine Diskontinuität des linksseitigen Gallengangsystems mit funktionell „abgehängtem“ Segment II/III aufgrund einer hilusnahen Leckage. Mehrfache Versuche einer ERC mit Cholangioskopie zur Wiederherstellung der Kontinuität blieben frustran. Eine externe PTCD über den Segmentast III mit anschließender Cholangioskopie wurde durchgeführt, aber auch hierbei konnte keine Kontinuität oder Internalisierung erzielt werden. Aus diesem Grund erfolgte interdisziplinär die Indikationsstellung zur EUS-geführten linksseitigen Hepaticogastrostomie.
Ergebnis: Die EUS-HGS gelang technisch komplikationslos mit transgastraler Punktion eines linksseitigen Gallengangs und Anlage eines (teil-)gecoverten Metallstents zur internen Drainage in den Magen. Postinterventionell zeigte sich ein suffizienter Kontrastabfluss in den Magen mit rascher klinischer Entlastung und deutlicher Besserung der Cholestaseparameter; die externe Drainage konnte entfernt werden.
Zusammenfassung: Die EUS-geführte Hepaticogastrostomie stellt bei komplexen postoperativen biliären Leckagen mit abgehängtem Gallengangssegment (Segment II/III) eine effektive Rescue-Option mit hohem Patientenkomfort dar.



