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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund
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Meeting Abstract

Mesopankreatische Infiltration beim Pankreaskarzinom – Zeit für eine Neubewertung der Resektabilitätskriterien?

S. Dávid - Uniklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
W. Knoefel - Uniklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
S. Safi - Uniklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Das duktale Adenokarzinom des Pankreas (PDAC) gehört zu den aggressivsten malignen Tumoren. Eine vollständige Resektion mit tumorfreiem zirkumferentiellem Resektionsrand (R0CRM–) stellt die einzige kurative Therapieoption dar. Aktuelle Resektabilitätsklassifikationen basieren ausschließlich auf dem Gefäßbefall und vernachlässigen den dorsalen Resektionsrand, der das Mesopankreas (MP) umfasst. Die mesopankreatische Exzision (MPE) verbessert die lokale Tumorkontrolle, doch die Häufigkeit und prognostische Bedeutung einer mesopankreatischen Infiltration bei primär resektablen PDAC-Patient:innen sind bislang unklar.

Methode: In dieser retrospektiven monozentrischen Studie wurden 271 konsekutiv operierte Patient:innen mit Pankreaskopfkarzinom (2016–2024) analysiert. Die präoperative Stadieneinteilung erfolgte gemäß den NCCN-Kriterien. Histopathologisch wurden der Infiltrationsstatus des Mesopankreas und der zirkumferenzielle Resektionsstatus (CRM) nach dem LEEPP-Protokoll bewertet. Korrelationen zwischen Resektabilitätsstatus, histopathlogischen Kriterien, mesopankreatischer Infiltration und Resektionsrändern wurden statistisch untersucht.

Ergebnis: Eine mesopankreatische Infiltration lag bei 76,9% aller Patient:innen vor. In der Gruppe der primär resektablen PDAC zeigte sich eine signifikante Assoziation zwischen MP-Infiltration und inkompletten dorsalen (p = 0,026) sowie den Gesamt-Resektionsrändern (p = 0,004). Insgesamt erhöhte eine MP-Infiltration das Risiko einer inkompletten Resektion um das 2,7-Fache (95%-KI 1,35–5,43; p = 0,005). Die NCCN-basierte Resektabilitätsklassifikation korrelierte hingegen weder mit dem dorsalen, medialen noch dem Gesamt-Resektionsstatus (p > 0,05).

Zusammenfassung: Die mesopankreatische Infiltration ist häufig – selbst bei primär resektablen PDAC – und ein starker Prädiktor für unvollständige Resektionen. Die derzeitigen, ausschließlich gefäßbasierten Resektabilitätskriterien erfassen dieses Risiko unzureichend. Die Einbeziehung des Mesopankreas in die prätherapeutische Resektabilitätskriterien könnte die chirurgische Planung, die Indikationsstellung für neoadjuvante Therapien und die onkologischen Ergebnisse entscheidend verbessern.