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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Evaluierungsstudie zur Wirksamkeit der Uroletics®-Applikation nach radikaler Prostatektomie (EUPROS)

Aleksander Antoniewicz - Urologische Klinik München-Planegg, Klinik für Urologie, Planegg, Deutschland
Fabian Horné - TUM Klinikum Rechts der Isar, Klinik und Poliklinik für Urologie, München, Deutschland
Fabian K. Chun - Universitätsmedizin Frankfurt a.M., Klinik für Urologie, Frankfurt/Main, Deutschland
Madeleine Linxweiler - Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Homburg, Deutschland
Gregor Halbert - Krankenhaus Lübbecke, Klinik für Urologie, robotisch-assistierte Urologie und Uro-Onkologie, Lübbecke, Deutschland
Christian Bolenz - Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Ulm, Deutschland
Gisa Mehring - Martini-Klinik Hamburg, Prostatakrebszentrum, Hamburg, Deutschland
Stefanie Witecy - APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden, Deutschland
Christian Thomas - Universitätsklinikum Dresden, Klinik und Poliklinik für Urologie, Dresden, Deutschland

Text

Einleitung: Postoperative Harninkontinenz und erektile Dysfunktion sind häufige Folgen einer radikalen Prostatektomie (RP). Die digitale Gesundheitsanwendung Uroletics® soll die funktionelle Rehabilitation durch ein zugeschnittenes Beckenbodentraining, Monitoring der Symptome und Bereitstellung medizinisch geprüfter Informationen unterstützen. Ziel dieser Studie war, die Wirksamkeit von Uroletics® zusätzlich zur Standardversorgung (SoC) im Vergleich zu SoC in Bezug auf Kontinenz und erektile Funktion zu evaluieren.

Methodik: EUPROS ist eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie, durchgeführt in acht zertifizierten Prostatakrebszentren. Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom, mit geplanter nervenschonender offener oder robotergestützter RP (RARP) wurden eingeschlossen und im Verhältnis 1:1 randomisiert. Die Kontrollgruppe (KG) erhielt die SoC, die Interventionsgruppe (IG) zusätzlich Uroletics®. Die App sollte bis zu 8 Wochen vor RP und 12 Wochen nach Katheterentfernung genutzt werden. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zur Kontinenz (Time to continence: TTC). Sekundäre Endpunkte waren z.B. Kontinenzrate, erektile Funktion (IIEF-EF) und die Erhebung unerwünschter Ereignisse. Die Daten wurden über 12 Wochen nach der Operation digital erfasst.

Ergebnisse: 162 Patienten (IG: 74; KG: 88; medianes Alter (Jahre): IG: 61; KG: 63) wurden randomisiert. Die Mehrzahl erhielt eine RARP (IG: 84,5%, KG: 94,8%). Die mediane TTC betrug 29 (IG) bzw. 63 (KG) Tage. Die Kaplan-Meier-Analyse ergab für die IG einen Trend zu früherer Kontinenz im Vergleich zur KG (p = 0,105). Die Kontinenzrate betrug 12 Wochen nach Katheterentfernung 70,2% (IG) bzw. 59,7% (KG). Bei RARP-Patienten war dieser Trend am deutlichsten (IG 72,0%, KG 57,3%; p = 0,061 (TTC)). Beide Studiengruppen litten überwiegend unter schwerer ED, die bis zum Studienende anhielt. Die Verbesserung der ED war jedoch in der IG (25%) stärker ausgeprägt als in der KG (15,7%). Die Nutzung der Uroletics® erwies sich als sicher. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden nicht gemeldet.

Schlussfolgerung: Uroletics® verbesserte postoperative funktionelle Ergebnisse nach RP, führte zu schnellerer Kontinenzerholung, ED-Verbesserung und erwies sich als sicher.