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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Penoidbildung mittels Radialislappenplastik: Analyse von Komplikationen sowie Art und Anzahl der Eingriffe im mehrzeitigen Vorgehen

Jens Wallmichrath - UKMP, Urologie/Plastische Chirurgie, Planegg, Deutschland
Bernhard Liedl - UKMP, Urologie, Planegg, Deutschland
Martina Schernhammer - UKMP, Urologie, Planegg, Deutschland
Nima Amouei - UKMP, Urologie, Planegg, Deutschland
Ferdinand von Klinckowström - UKMP, Urologie, Planegg, Deutschland
Aleksander Antoniewicz - UKMP, Urologie, Planegg, Deutschland
Lion Manthey - UKMP, Urologie, Planegg, Deutschland

Text

Einleitung: Die neurovaskuläre Radialislappenplastik ist die am meisten verbreitete Variante der Penoidbildung mit simultaner Harnröhrenkonstruktion. Angesichts des vergleichsweise langwierigen und komplexen Behandlungswegs haben wir in unserem Kollektiv eine Analyse zu insbesondere harnröhrenspezifischen Komplikationen, Operationsanzahl und Zeitbedarf durchgeführt.

Methodik: Retrospektiv und prospektiv wurden im eigenen Kollektiv alle Eingriffe mit primärer mehrzeitiger Penoidbildung zwischen 2019 und 2021 untersucht, bei denen mindestens ein Harnröhrenanschluss erfolgte. Bei 149 trans Männern (Alter m=34 Jahre (21-64 Jahre) BMI m= 26,4 kg/m2, (17,9-41,9 kg/m2) wurden die Eingriffe jeweils bis zum als auch nach dem Einsetzen der Erektionsprothese untersucht.

Ergebnisse: Die Zeit bis zum Harnröhrenanschluss betrug im Mittel 11 Monate (3–54 Monate); bis dahin waren im Schnitt 1,3 Operationen (1–4 OPs, inklusive der Harnröhren-Anschlussoperation) erfolgt. Von den 149 Patienten, die einen Anschluss der Harnröhre erhielten, bekamen bislang n=86 im Verlauf eine hydraulische Erektionsprothese implantiert. In diesen Fällen wurden im Schnitt 3,4 Operationen (2–7 OPs, inklusive Implantation) benötigt. Die Durchschnittsdauer bis zur Prothesenimplantation lag bei m=24,1 Monaten (10–55 Monaten). Bis zum Harnröhrenanschluss zeigten sich Fisteln bei n=40 Patienten (47%) und Harnröhrenstrikturen bei n=57 Patienten (66,3%). Nach dem Anschluss der Harnröhre zeigten sich bei n=24 Fällen (28%) Fisteln, bei n=15 Patienten (17,4%) Harnröhrenstrikturen und bei n=9 Patienten (10,5%) Divertikel. Nach Implantation der Prothese waren bislang operative Fistelverschlüsse bei 4,7% d.F. erforderlich, Striktur-Resektionen bei 8,1%, operative Divertikelabtragungen bei 12,8% und Prothesenrevisionen bei weiteren 12,8% der Fälle.

Schlussfolgerung: Auch beim mehrzeitigen Vorgehen treten Harnröhrenkomplikationen wie Fisteln, Anastomosenstrikturen oder Divertikel auf. Andere Komplikationen sind vergleichsweise selten.