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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Diagnostische und prädiktive Wertigkeit von microRNAs im Serum beim metastasierten Nierenzellkarzinom

Jule Fähndrich - Klinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinisch-Experimentelle Forschung, Homburg/Saar, Deutschland
A. Christmann - Klinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinisch-Experimentelle Forschung, Homburg/Saar, Deutschland
K. Junker - Klinik für Urologie und Kinderurologie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Klinisch-Experimentelle Forschung, Homburg/Saar, Deutschland

Text

Einleitung: Zirkulierende microRNAs (miRNAs) gewinnen zunehmend an Bedeutung als potenzielle Biomarker. Unsere Vorarbeiten zeigen, dass miRNAs aus dem Serum prognostisch für das Metastasierungspotential von Nierenzellkarzinomen (NZK) sein könnten. Ziel dieser Studie war es nun, zu prüfen, ob auch Fernmetastasen durch zirkulierende miRNAs nachgewiesen werden können und ob die Dynamik der miRNA-Änderungen mit dem Ansprechen auf die Systemtherapie assoziiert ist.

Methode: MiRNAs wurden aus dem Serum von 36 Patient:innen mit metastasiertem NZK vor Beginn der Systemtherapie sowie 19 gesunden Kontrollen mittels miRNeasy Kit isoliert. Die Quantifizierung der miRNAs (miR-30c-5p, miR-126-3p, miR-451a und miR-let-7c; Referenzen: miR-191-5p, miR-361-5p) erfolgte mittels TaqMan-basierter RT-PCR und delta ct Bestimmung. Bei 11 Patient:innen wurden die miRNAs zu mehreren Zeitpunkten während der Systemtherapie analysiert und zum Therapieansprechen korreliert. Anhand bildgebender Befunde wurden die Patient:innen in Response-Gruppen eingeteilt (Objective Response (OR), Clinical Benefit (CB), Progression (PR)). Zur Quantifizierung der Änderung der miRNAs unter Therapie, wurden die delta ct Werte der ersten beiden Blutentnahmen unter Therapie auf den Wert vor Systemtherapie normiert.

Ergebnisse: MiR-30c-5p (p=0,019) und miR-451a (p=0,005) waren bei den Patient:innen mit NZK signifikant niedriger als bei den Kontrollen. MiR-let-7c war bei den Patient:innen signifikant höher (p=0,008). Betrachtet man nur die Patienten, bei denen der Primärtumor entfernt worden war, bestätigen sich diese Trends (miR-451a: p=0,031, miR-let-7c: p=0,015.

MiR-30c-5p, miR-126-3p und miR-451a stiegen bei den Therapieansprechern (OR, CB) im Gegensatz zur Progressionsgruppe an. MiR-let-7c fiel bei den Patienten mit OR oder CB ab.

Schlussfolgerung: MiRNAs im Serum sind mit der Fernmetastasierung assoziiert und könnten somit diagnostische Biomarker zum Metastasennachweis in der Liquid Biopsy darstellen. Darüber hinaus könnte die Dynamik der miRNAs als prädiktiver Marker für das Therapieansprechen dienen. Dies wird nun in einer größeren Kohorte validiert.