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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

EUPROS: Evaluierungsstudie zur Wirksamkeit von Uroletics® nach radikaler Prostatektomie

Christian Thomas - Universitätsklinikum Dresden, Dresden, Deutschland
F. Horné - TUM Klinikum Rechts der Isar, München, Deutschland
M. Linxweiler - Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg, Deutschland
F.KC. Chun - Universitätsmedizin Frankfurt a.M., Frankfurt/Main, Deutschland
A. Antoniewicz - Urologische Klinik München-Planegg, Planegg, Deutschland
G. Halbert - Krankenhaus Lübbecke, Lübbecke, Deutschland
C. Bolenz - Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Ulm, Deutschland
G. Mehring - Martini-Klinik Hamburg, Hamburg, Deutschland
S. Witecy - APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden, Deutschland
M. Graefen - Martini-Klinik Hamburg, Hamburg, Deutschland

Text

Einleitung: Postoperative Harninkontinenz und erektile Dysfunktion sind häufige Folgen einer radikalen Prostatektomie (RP). Die digitale Gesundheitsanwendungen Uroletics® soll die funktionelle Rehabilitation durch ein speziell auf Männer zugeschnittenes Beckenbodentraining (PFMT), das Monitoring der Symptome und die Bereitstellung medizinisch geprüfter Informationen unterstützen. Ziel dieser Studie ist es, die Wirksamkeit von Uroletics® zusätzlich zur Standardversorgung (SoC) im Vergleich zu SoC in Bezug auf Kontinenz und erektile Funktion zu evaluieren.

Methode: Die EUPROS-Studie ist eine prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie, durchgeführt in acht zertifizierten Prostatakrebszentren. Eingeschlossen wurden Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom, die sich einer nervenschonenden offenen oder robotergestützten RP (RARP) unterzogen. Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert. Die Kontrollgruppe (KG) erhielt ausschließlich die SoC (präoperative Informationen über PFMT, Rehabilitation), die Interventionsgruppe (IG) zusätzlich die App Uroletics®. Die App sollte bis zu 8 Wochen vor der RP und 12 Wochen nach Katheterentfernung genutzt werden. Der primäre Endpunkt war die Zeit bis zur Kontinenz (Time to continence: TTC). Sekundäre Endpunkte waren z.B. Kontinenzrate, erektile Funktion (IIEF-EF) und die Erhebung unerwünschter Ereignisse. Die Daten wurden über einen Zeitraum von 12 Wochen nach der Operation digital erfasst.

Ergebnisse: 162 Patienten wurden randomisiert, davon 74 Patienten in die IG und 88 Patienten in die KG. Das mediane Alter betrug 61 (IG) bzw. 63 (KG) Jahre. Die meisten Patienten unterzogen sich einer RARP (IG: 84,5%, KG: 94,8%). Die mediane TTC betrug 29 Tage in der IG und 63 Tage in der KG. Die Kaplan-Meier-Analyse ergab einen Trend zu einer früheren Kontinenz in der IG im Vergleich zur KG (p = 0,105). 12 Wochen nach Katheterentfernung waren 70,2% der Patienten in der IG kontinent, gegenüber 59,7% in der KG. Bei Patienten, die sich einer RARP unterzogen hatten, zeigte sich dieser Trend am deutlichsten (IG 72,0%, KG 57,3%; p = 0,061 (TTC)). Nach der RP litten beide Studiengruppen überwiegend unter schwerer ED, die bis zum Studienende anhielt. Der Rückgang des mittleren IIEF-EF-Scores insgesamt war jedoch in der KG stärker ausgeprägt als in der IG. Eine Verbesserung der ED-Klassifikation trat bei 25% der Patienten in der IG und bei 15,7% in der KG auf.

Die Nutzung der Uroletics® erwies sich als sicher, schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden nicht gemeldet.

Schlussfolgerung: Die digitale Gesundheitsanwendungen Uroletics® trägt zu einer medizinisch relevanten Verbesserung postoperativer Folgen bei. Die Anwendung von Uroletics® geht mit einer schnelleren Wiedererlangung der Kontinenz und einer weniger schweren ED nach RP einher.