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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Einfluss der neoadjuvanten Androgendeprivationstherapie auf die Kontinenz und Potenz bei Patienten mit intermediate-risk Prostatakarzinom nach radikaler Prostatektomie

Quynh Chi Le - Goethe Universitätsmedizin, Urologie, Frankfurt, Deutschland
C. Siech - Goethe Universitätsmedizin, Urologie, Frankfurt, Deutschland
M. Wenzel - Goethe Universitätsmedizin, Urologie, Frankfurt, Deutschland
F. Preisser - Martini Klinik, Hamburg, Deutschland; Universitätsklinik Hamburg, Hamburg, Deutschland
D. Tilki - Martini Klinik, Hamburg, Deutschland; Universitätsklinik Hamburg, Hamburg, Deutschland; Koc University, Istanbul, Türkei
M. Graefen - Martini Klinik, Hamburg, Deutschland; Universitätsklinik Hamburg, Hamburg, Deutschland
T. Maurer - Martini Klinik, Hamburg, Deutschland; Universitätsklinik Hamburg, Hamburg, Deutschland
T. Steuber - Martini Klinik, Hamburg, Deutschland; Universitätsklinik Hamburg, Hamburg, Deutschland
M.C. Kriegmair - Urologische Klinik München-Planegg, München, Deutschland; Universitätsklinik Mannheim, Mannheim, Deutschland
F. Saad - University of Montréal Health Center, Montreal, Kanada
P.I. Karakiewicz - University of Montréal Health Center, Montreal, Kanada
F.K.-H. Chun - Goethe Universitätsmedizin, Urologie, Frankfurt, Deutschland
P. Mandel - Martini Klinik, Hamburg, Deutschland; Universitätsklinik Hamburg, Hamburg, Deutschland

Text

Einleitung: Ziel der Arbeit war den Einfluss einer neoadjuvanten Androgendeprivationstherapie (NADT) auf funktionelle Ergebnisse bei Patienten mit intermediate-risk Prostatakarzinom nach radikaler Prostatektomie zu untersuchen.

Methode: Innerhalb eines Prostatakarzinomzentrums (07/2014–01/2024) wurden separate Analysen für die Untersuchung der Kontinenz (n = 6.101) und Potenz (n = 5.768) durchgeführt. Vor und nach Propensity-Score-Matching (PSM-Verhältnis 4:1) wurden logistische Regressionsmodelle erstellt.

Ergebnisse: In der Kontinenz-Kohorte (n = 6.101) sowie der Potenz-Kohorte (n = 5.768) erhielten 157 (3%) bzw. 146 (3%) eine NADT. In beiden Kohorten waren NADT-Patienten älter, hatten höhere PSA-Werte, einen höheren Anteil positiver Biopsiestanzen sowie häufiger einen Gleason Grade Group 3 in den Biopsien. Zudem wiesen NADT-Patienten in der Potenz-Kohorte niedrigere präoperative Potenzraten auf (64 vs. 89%).

Die 1-Jahres-Kontinenzraten betrugen bei NADT vs. ohne NADT 94 vs. 94% vor und 94 vs. 93% nach dem PSM. Nach multivariabler Adjustierung war kein signifikanter Unterschied zwischen NADT und keiner NADT (Odds Ratio [OR] vor PSM = 1,05; p = 0,9 und nach dem PSM = 1,21; p = 0,6) feststellbar. Im Gegensatz dazu waren die 1-Jahres-Potenzraten bei NADT Patienten vor dem PSM signifikant niedriger (36 vs. 52%; p < 0,001). Nach dem PSM wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen NADT und keiner NADT festgestellt (36 vs. 39%; p = 0,4). Nach multivariabler Adjustierung war NADT nicht signifikant mit der Potenz nach 1 Jahr assoziiert (OR vor PSM: 0,88; p = 0,5 und nach PSM: 0,83; p = 0,4).

Schlussfolgerung: Bei imPCa-Patienten war NADT vor dem PSM mit einer schlechteren Potenz, jedoch nicht mit der Harnkontinenz assoziiert. Nach dem PSM und multivariabler Adjustierung bestanden keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der langfristigen Kontinenz und Potenz für Patienten mit oder ohne NADT.