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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Peniskarzinom: 7-Jahres Daten aus der Versorgungsforschung (VERSUS-Studie) von d-uo

Rolf Eichenauer - Urologikum Hamburg MVZ, Hamburg, Deutschland; Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Geschäftsstelle Berlin, Berlin, Deutschland
C. Doehn - Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Geschäftsstelle Berlin, Berlin, Deutschland; Urologikum Lübeck, Lübeck, Deutschland
M. Johannsen - Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Geschäftsstelle Berlin, Berlin, Deutschland; Facharztpraxis Johannsen und Laux, Berlin, Deutschland
F. König - Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Geschäftsstelle Berlin, Berlin, Deutschland; ATURO, Berlin, Deutschland
R. Schönfelder - Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Geschäftsstelle Berlin, Berlin, Deutschland; Urologie Drs. Schönfelder & Strasser, Hamburg, Deutschland
J. Schroder - Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Geschäftsstelle Berlin, Berlin, Deutschland; ATURO, Berlin, Deutschland
E. Hempel - SMG Forschungsgesellschaft, Berlin, Deutschland
J. Klier - Deutsche Uro-Onkologen (d-uo), Geschäftsstelle Berlin, Berlin, Deutschland; Urologische Partnerschaft Köln, Standort Bayenthal, Köln, Deutschland

Text

Einleitung: Seit Mai 2018 dokumentieren Mitglieder von d-uo urologische Tumorerkrankungen im Rahmen der prospektiven VERSUS-Studie. In der vorliegenden Arbeit wurde das sehr seltene Peniskarzinom bei Patienten mit der Erstdiagnose Peniskarzinom (C 60.-, D07.4) untersucht. Es gibt nur wenige Daten aus der Versorgungsforschung in Deutschland, die die tatsächliche Behandlungsrealität abbilden.

Methode: Bei der VERSUS-Studie („VERSorgUngsStudie“) handelt es sich um eine nicht-interventionelle, prospektive, multizentrische Registerstudie zur Dokumentation und deskriptiven statistischen Auswertung von Diagnostik, Behandlungsverlauf und Nachsorge uro-onkologischer Patienten. In die VERSUS-Studie werden alle Patienten mit einer urologischen Tumorerkrankung eingeschlossen.

Ergebnisse: Mit Stand Dezember 2025 wurden 33.531 Patienten mit der Erstdiagnose einer urologischen Tumorerkrankung dokumentiert. Bei 182 Patienten (0,5%) lag ein Peniskarzinom vor. Das mediane Alter betrug hier 70,3 Jahre. In 64,4% der Fälle lag ein lokal begrenztes Tumorleiden (Ta–T1) vor, während 35,6% der Patienten bereits ein lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Peniskarzinom (T2–T4, N1-N3, M1) aufwiesen.

In unserer Datenbank wurde bei 36,8% der Patienten das Peniskarzinom aufgrund einer tumorbedingten klinischen Symptomatik diagnostiziert. In 22,0% der Fälle im Rahmen einer Selbstuntersuchung, während bei 16,0% der Patienten das Peniskarzinom im Zuge einer allgemeinen Vorsorgeuntersuchung entdeckt wurde. Patienten, bei denen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung eine klinische Tumorsymptomatik vorlag, präsentierten sich überwiegend mit fortgeschritteneren Tumorstadien (pT1b–pT3).

Bei den lokalen Therapien fanden sich bei 27,2% oberflächliche Karzinome (pTa, pTis) und in 21,4% prognostisch ungünstigere Stadien (pT1b – pT2). Die häufigsten Einzelmaßnahmen waren die primäre Tumor-Exzision (50%) sowie die radikale Zirkumzision mit 70%. Penisamputationen fanden sich mit 44,2% ab pT2-Stadien, allerdings in 7% auch bei pTa – pT1. Nur 3,4% erhielten eine Sentinel-Lymphadenektomie. Die primäre LAE erfolgte in 1,9%. In 16,2% erfolgte eine sekundäre Lymphadenektomie, nach Vorliegen der Histopathologischen Befunde der Primärtherapie.

Schlussfolgerung: Die Analyse der operativen Therapien zeigt, dass trotz überwiegend lokal begrenzter Tumore ein signifikanter Anteil an Penisamputationen auch bei frühen Stadien durchgeführt wurde. Die standardisierte Sentinel-Lymphadenektomie erfolgte zu selten. Dies deutet auf mögliche Übertherapien hin und weist auf einen Bedarf an leitliniengerechter Schulung und Sensibilisierung der Behandler hin.