65. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
65. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
Einfluss und Dauer der Androgendeprivationstherapie bei Salvage-Radiatio nach radikaler Prostatektomie: Systematisches Review und Netzwerk-Metaanalyse
2Cancer Prognostics and Health Outcomes Unit, Klinik für Urologie, Universität Montreal
3Carl Gustav Carus Universität Dresden, Klinik für Urologie
4Martini Klinik, Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf
5Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, Klinik für Urologie
6Klinik für Urologie und Urochirurgie in Mannheim, Medizinische Fakultät Heidelberg
7Urologische Klinik München-Planegg
Text
Einleitung: Kürzlich veröffentlichte Daten zum Einfluss und zur Dauer der Androgendeprivationstherapie (ADT) auf das metastasenfreie Überleben (MFS), das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (OS) bei Patienten mit Salvage-Radiatio (sRT) nach radikaler Prostatektomie wurden bislang nicht direkt miteinander verglichen.
Methode: Wir führten ein systematisches Review sowie eine Netzwerk-Metaanalyse zu MFS, PFS und OS durch, basierend auf den Studiendaten aus den Studien RADICALS-HD, NRG/RTOG 9601, RTOG 0534 and GETUG-AFU16 sowie den Studien der ARTISTIC-Metaanalyse (GETUG-AFU17, RADICALS-RT and RAVES) zu adjuvanter vs. Salvage-Radiatio durch. Die Analysen wurden nach Dauer der ADT (0 vs. 6 vs. 24 Monate) stratifiziert und durch Subgruppenanalysen mit „high-risk“ Faktoren wie Gleason-Score ≥8 sowie positiven Schnitträndern (PSM) ergänzt.
Ergebnisse: Insgesamt wurden Daten von 3.710 Prostatakrebs-Patienten analysiert. Die Ergänzung der ADT zur sRT führte unabhäbgig der ADT-Dauer zu einer signifikanten Verbesserung des MFS und PFS, jedoch nicht des OS. Die Hazard Ratios (HR) von ADT für 24 Monate im Vergleich zu keiner ADT betrugen 0,70 (CI 0,53–0,92) für MFS sowie 0,51 (CI 0,43–0,61) für PFS und 0,80 (CI 0,63–1,01) für OS. Beim Vergleich zwischen ADT für 6 und keiner ADT lagen die entsprechenden HR bei 0,79 (CI 0,65–0,97), 0,57 (CI 0,48–0,67) und 0,93 (CI 0,72–1,20). In den Subgruppenanalysen zeigte ADT für 24 Monate eine signifikante Verbesserung des MFS bei Patienten mit PSM und Gleason-Score ≥8.
Schlussfolgerung: Die Netzwerk-Metaanalyse zeigt, dass die Kombination von ADT zur sRT, insbesondere über die Dauer von 24 Monaten, mit den besten Ergebnissen in Bezug auf MFS und PFS assoziiert sind. Obwohl das OS nicht signifikant verbessert wurde, profitieren auch Patienten mit Gleason Score ≥8 oder PSM von einer verlängerten ADT.



