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65. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
25.-28.06.2025
Ludwigshafen


Meeting Abstract

Einfluss des PSA-Werts bei Beginn der Salvage-Strahlentherapie nach radikaler Prostatektomie auf das metastasenfreie Überleben

Benedikt Christoph Erich Lauer 1
M. Wenzel 1
K. Burdenski 1
N. Tselis 1
C. Rödel 1
C. Brandts 1
M. Ahrens 1
J. Koellermann 1
M. Graefen 2
C. Humke 1
C. Siech 1
B. Hoeh 1
S. Banek 1
F. Chun 1
P. Mandel 1
1Goethe-Universität Frankfurt, Klinik für Urologie
2Martini-Klinik Prostatakrebszentrum Hamburg

Text

Einleitung: Der Zeitpunkt der Salvage-Strahlentherapie (sRT) bei biochemischem Rezidiv (BCR) nach radikaler Prostatektomie ist weiterhin umstritten. Die aktuellen europäischen Leitlinien empfehlen eine salvage-intensitätsmodulierte und bildgeführte Strahlentherapie bei Männern mit zwei aufeinanderfolgenden PSA-Anstiegen, ohne jedoch einen spezifischen PSA-Schwellenwert für den Beginn anzugeben. Ein niedrigerer PSA-Wert könnte jedoch mit besseren Ergebnissen in der Tumorkontrolle verbunden sein.

Material und Methoden: Unter Verwendung der Datenbank des Universitären Krebszentrums Frankfurt wurden Unterschiede im metastasenfreien Überleben (MFS) bei Patienten untersucht, die entweder eine frühe (PSA <0,5 vs. ≥0,5 ng/ml) oder eine sehr frühe sRT (PSA ≤0,25 vs. >0,25 ng/ml) erhielten. Subgruppenanalysen konzentrierten sich auf Patienten mit Hochrisikomerkmalen gemäß den europäischen Leitlinien, einschließlich eines Gleason-Scores von 8–10 und/oder eines pT3–4-Stadiums und/oder pN1-Status.

Ergebnisse: Von 190 sRT-Patienten erhielten 69% eine frühe sRT bei einem medianen PSA-Wert von 0,24 ng/ml gegenüber 0,89 ng/ml. Das MFS war bei Patienten mit früher sRT signifikant besser (Hazard Ratio [HR]: 8,44, p<0,01). Ebenso zeigte sich bei Patienten mit Hochrisikomerkmalen ein signifikant besseres MFS, wenn die sRT bei einem PSA-Wert <0,5 ng/ml begonnen wurde (HR: 12,69, p<0,01). Nach zusätzlicher multivariabler Anpassung war eine sRT bei PSA <0,5 ng/ml unabhängig mit einem besseren MFS sowohl bei allen als auch bei Hochrisikopatienten assoziiert (jeweils p<0,05). Unter den 37% der Patienten, die eine sehr frühe sRT erhielten, zeigte sich kein signifikanter, aber numerisch besserer MFS-Vorteil gegenüber Patienten, die bei einem PSA-Wert >0,25 ng/ml behandelt wurden. Ähnliche Beobachtungen wurden bei Patienten mit Hochrisikomerkmalen gemacht.

Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse bestätigen die Empfehlung der europäischen Leitlinien, die sRT bei niedrigeren PSA-Werten <0,5 ng/ml zu beginnen, um ein besseres metastasenfreies Überleben zu erreichen, insbesondere bei Patienten mit Hochrisikomerkmalen. Eine sRT bei einem PSA-Wert ≤0,25 ng/ml erreichte zwar keine statistische Signifikanz, zeigte jedoch numerisch bessere MFS-Raten und sollte in weiteren Studien untersucht werden.