188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
Sicherheit hat ihren Preis
Text
Eine beidseitige Visusminderung kann viele Ursachen haben. Hier ist eine zielgerichtete Anamnese wegweisend, um die Differenzialdiagnosen weiter einzugrenzen.
Es stellte sich eine Patientin bei uns vor, die nach einem Verkehrsunfall mit frontalem Aufprall und Airbag-Auslösung über eine beidseitige Visusminderung berichtete. Diese betraf vornehmlich das zentrale und parazentrale Gesichtsfeld und trat unmittelbar im Anschluss an das Trauma auf.
Mittels cCT und CT-Angiographie konnten akute Traumafolgen ausgeschlossen werden.
Der bestkorrigierte Visus betrug beidseits 0,1 und sowohl der Augeninnendruck als auch der vordere Augenabschnitt waren blande. Der Nervus Optikus zeigte sowohl funduskopisch, als auch im Papillen-OCT keine Auffälligkeiten. Bei der funduskopischen Untersuchung fanden sich parazentral dezente, dunkle fleckförmige Läsionen der Netzhaut. Zur weiterführenden Diagnostik wurde eine Makula-OCT Untersuchung durchgeführt.
In Zusammenschau der Anamnese, klinischem Befund mit Funduskopie und dem Makula-OCT kann eine seltene Erkrankung der Netzhaut diagnostiziert werden.



