99. Versammlung des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte
99. Versammlung des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte
Mehr Komfort bei jeder IVOM: Tränenersatz macht den Unterschied
Text
Hintergrund: Wiederholte intravitreale operative Medikamenteneingaben (IVOM) können die Augenoberfläche belasten und dadurch Beschwerden sowie die Therapieadhärenz beeinträchtigen. Untersucht wurde, ob eine intensive Oberflächenpflege subjektive Symptome bei IVOM-Patientinnen und -Patienten lindert.
Methoden: In die Untersuchung wurden Patientinnen und Patienten mit bereits laufender oder neu begonnener IVOM-Therapie eingeschlossen. Die Augenoberfläche wurde im Behandlungsverlauf anhand subjektiver Fragebögen (OSDI, SPEED) und objektiver Parameter (unter anderem Tränenfilmaufrisszeit und Meibographie) beurteilt. Verglichen wurden eine Interventionsgruppe mit intensiver Tränenersatzmittel-Anwendung und eine Kontrollgruppe. Die Auswertung erfolgte explorativ; Gruppen- und Zeitunterschiede wurden statistisch untersucht.
Ergebnisse: In der Interventionsgruppe verbesserte sich der OSDI-Score um etwa 4,7 Punkte, während sich der Wert in der Kontrollgruppe leicht verschlechterte. Der Gruppen-Zeit-Effekt war im Mixed Model signifikant (p = 0,028); auch der Vergleich der Veränderungswerte zeigte einen signifikanten Unterschied (p = 0,016). Für SPEED, Tränenfilmaufrisszeit und Meibographie ergaben sich keine signifikanten Interventionseffekte.
Schlussfolgerung: Intensive, regelmäßige Tränenersatzmittel-Anwendung während einer IVOM-Therapie kann subjektive Beschwerden signifikant reduzieren, ohne dass sich entsprechende Effekte in den untersuchten objektiven Parametern zeigten. Als einfache und risikoarme supportive Maßnahme könnte sie den Patientenkomfort und damit die Therapieadhärenz verbessern.



