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99. Versammlung des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte


31.10.2026
Fulda
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Meeting Abstract

Anti-VEGF-Switching bei neovaskulärer AMD: Real-World-Ergebnisse zu Sehschärfe, Behandlungsdauer und Injektionsaufwand

Maximiliane Gornisch - Homburg/Saar
I. Weinstein - Homburg/Saar
C. Munteanu - Homburg/Saar
B. Seitz - Homburg/Saar
A.D. Abdin - Homburg/Saar

Text

Hintergrund und Zielsetzung: Der Wechsel zwischen verschiedenen Anti-VEGF-Wirkstoffen ist ein häufiges Vorgehen in der klinischen Routine bei Patienten mit neovaskulärer altersbedingter Makuladegeneration (nAMD). Ziel dieser Real-World-Analyse war es, die Ergebnisse nach einem Wechsel zwischen verschiedenen Anti-VEGF-Wirkstoffen zu untersuchen und insbesondere den Stellenwert des Wechsels auf die neue Anti-VEGF-Generation hinsichtlich Visus, Therapiedauer und Injektionsbelastung zu analysieren.

Patienten und Methoden: In dieser retrospektiven Kohortenanalyse wurden 323 Augen von 275 naiven Patienten mit nAMD untersucht, die mindestens einen Wechsel der Anti-VEGF-Therapie erfahren hatten. Insgesamt wurden 479 Wechselereignisse und 9.307 intravitreale Injektionen ausgewertet. Analysiert wurden Bevacizumab, Aflibercept 2 mg, Ranibizumab, Brolucizumab und Faricimab. Der funktionelle Behandlungserfolg wurde anhand der Veränderung der Sehschärfe (logMAR) beurteilt. Zusätzlich wurden die Therapiedauer bis zu einem erneuten Wechsel bzw. Therapieabbruch sowie die jährliche Injektionsfrequenz untersucht. Multivariable Analysen berücksichtigten Ausgangsvisus, Wechselreihenfolge, Alter, Therapieära und den zuvor eingesetzten Wirkstoff.

Ergebnisse: Über alle 476 Wechselereignisse mit verfügbaren Visusdaten zeigte sich nach dem Wirkstoffwechsel insgesamt keine signifikante Veränderung der Sehschärfe (mittlere Veränderung +0,015 logMAR; −0,010 bis +0,041; p=0,23). Auch zwischen den verschiedenen Zielsubstanzen konnte kein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Visusentwicklung festgestellt werden. Demgegenüber zeigten sich deutliche Unterschiede hinsichtlich der Therapiedauer. Die Zeit bis zu einem erneuten Wirkstoffwechsel unterschied sich zwischen den untersuchten Substanzen signifikant (p=0,005). Insbesondere Faricimab war mit einer deutlich geringeren Wahrscheinlichkeit eines erneuten Wechsels assoziiert als Aflibercept 2 mg (p=0,007). Auch die Injektionsbelastung war zwischen den Wirkstoffen signifikant unterschiedlich (p<0,0001). Die mediane jährliche Injektionsfrequenz betrug 11,6 für Bevacizumab, 11,7 für Ranibizumab, 8,9 für Aflibercept, 7,5 für Brolucizumab und 7,3 für Faricimab. Damit war insbesondere der Wechsel auf die neuere Anti-VEGF-Generation mit einer deutlich geringeren Injektionsfrequenz verbunden.

Schlussfolgerung: In dieser Real-World-Kohorte führte ein Wechsel zwischen verschiedenen Anti-VEGF-Wirkstoffen nicht zu einer signifikanten Verbesserung der Sehschärfe. Der Wechsel auf neuere Anti-VEGF-Therapien, insbesondere Faricimab und Brolucizumab, war jedoch mit einer deutlich geringeren Injektionsbelastung verbunden. Für Faricimab zeigte sich darüber hinaus eine ausgeprägte Assoziation mit einer längeren Therapiedauer und einer geringeren Wahrscheinlichkeit eines erneuten Wirkstoffwechsels.