Deutscher Rheumatologiekongress 2026
Deutscher Rheumatologiekongress 2026
Einschränkungen der Wirbelsäulenbeweglichkeit bei Patienten mit diffuser idiopathischer skelettaler Hyperostose im Vergleich zu gesunden Kontrollen und Patienten mit axialer Spondyloarthritis
Text
Einleitung: Die diffuse idiopathische skelettale Hyperostose (DISH) ist durch überbrückende Ossifikationen entlang der Wirbelsäule gekennzeichnet und wird häufig noch primär als rein radiologischer Befund wahrgenommen. Die klinische Relevanz in Bezug auf Wirbelsäulenbeweglichkeit und körperliche Funktion ist bislang nur unzureichend untersucht.
Methoden: In dieser monozentrischen, Querschnittlsstudie wurden 50 Patienten mit DISH, 20 gesunde Kontrollen (HC) und 30 Patienten mit axialer Spondyloarthritis (axSpA) untersucht. Die Wirbelsäulenbeweglichkeit wurde mittels Bath Ankylosing Spondylitis Metrology Index (BASMI) und elektronischer Bewegungsanalyse mit Epionics SPINE und die körperliche Funktionsfähigkeit mit dem Short Physical Performance Battery (SPPB), Ankylosing Spondylitis Performance Index (ASPI) sowie erfasst. Dabei wurden Range of Motion (ROM) und Range of Kinematics (ROK) für Flexion, Extension, Rotation und Lateralflexion bestimmt.
Ergebnisse: Im Vergleich zu HC zeigten Patienten mit DISH signifikant schlechtere Werte im BASMI (4,6±1,0 vs. 2,8±0,6), SPPB (10,2±2,0 vs. 11,9±0,4) und ASPI (46,5±26,1 s vs. 20,3±5,3 s; alle p<0,001). Auch die elektronischen Messungen ergaben ausgeprägte Einschränkungen der Wirbelsäulenbeweglichkeit und eine langsamerer Bewegungsgeschwindigkeit in allen Ebenen. So war beispielsweise die Flexions-ROM bei DISH gegenüber HC reduziert (27,7±9,7° vs. 36,6±9,5°; p=0,001), ebenso die Flexions-ROK (32,2±13,1°/s vs. 54,5±17,7°/s; p<0,001) (Tabelle 1 [Tab. 1]).
Table 1: Messungen der Beweglichkeit bei Patienten mit DISH verglichen mit gesunden Kontrollen (HC).
Im Vergleich zu axSpA waren die Einschränkungen der Beweglichkeit bei DISH weitgehend vergleichbar: BASMI (4,6±1,0 vs. 5,1±1,9; p=0,13), SPPB (10,2±2,0 vs. 9,5±1,3; p=0,08) und ASPI (46,5±26,1 s vs. 47,4±23,9 s; p=0,91). Allerdings zeigte sich ein leicht unterschiedliches Bewegungsprofil: Patienten mit DISH hatten bessere Werte bei der lateralen Wirbelsäulenflexion, dem intermalleolären Abstand (IMA) sowie eine bessere Bewegungsgeschwindigkeit der Rotation (ROK) (Tabelle 2 [Tab. 2]).
Tabelle 2: Messungen der Beweglichkeit bei Patienten mit DISH verglichen mit axialer Spondyloarthritis.
Diese Ergebnisse blieben auch nach Adjustierung für Alter und Körpergewicht im Wesentlichen bestehen.
Schlussfolgerung: Patienten mit DISH weisen im Vergleich zu gesunden Kontrollen deutliche Einschränkungen der Wirbelsäulenbeweglichkeit und der Bewegungsgeschwindigkeit der Wirbelsäule auf, auch gemessen anhand von leistungsbezogenen Tests und elektronischen Tests. Das Ausmaß ist insgesamt weitgehend mit axSpA vergleichbar, zeigt jedoch ein unterschiedliches Muster mit relativ besser erhaltener Rotation und besserer Hüftbeweglichkeit Mobilität bei DISH. Die Ergebnisse unterstreichen die klinische Relevanz von DISH über einen rein radiologischen Befund hinaus.
Offenlegungserklärung: Die Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen.



