Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Gegenüberstellung der revidierten 2025 ASAS/SPARTAN-Klassifikationskriterien für die axiale Spondyloarthritis und der 2009 ASAS-Klassifikationskriterien – eine Analyse aus dem RABBIT-SpA-Register
Text
Einleitung: Aufgrund einer niedrigen Spezifität der international etablierten ASAS-Klassifikationskriterien von 2009 für die axiale Spondyloarthritis (axSpA) wurden die Kriterien durch ASAS/SPARTAN mithilfe der globalen Classification in Axial Spondyloarthritis Inception Cohort (CLASSIC)-Studie überarbeitet und 2025 präsentiert. In beiden Kriterien-Sets werden ein Bildgebungsarm und ein klinischer Arm definiert, ergänzt durch gewichtete SpA-Parameter. Im Unterschied zu den 2009 Kriterien sind Daktylitis, gutes Ansprechen auf NSAR und SpA-Familienanamnese nicht mehr enthalten, zudem wurde die Gewichtung der SpA-Parameter modifiziert. Ziel dieser Analyse ist der Vergleich der 2009-ASAS- mit den 2025-ASAS/SPARTAN-Klassifikationskriterien innerhalb des RABBIT-SpA-Registers.
Methoden: Es wurden Daten aller axSpA-Patienten aus dem RABBIT-SpA-Register verwendet. Einschlusskriterium für das Register ist die Diagnose axSpA durch einen Rheumatologen. Alle Parameter beider Kriterien-Sets können in RABBIT-SpA abgebildet werden.
Ergebnisse: Von 2.236 Patienten mit axSpA erfüllten 1.642 (73%) die Kriterien von 2009, 1.507 (67%) die von 2025 (Tabelle 1 [Tab. 1]). 65% erfüllten beide Definitionen, 538/2.236 (24%) erfüllten keine (Tabelle 1 [Tab. 1]). Der häufigste Grund für Nichterfüllen waren die Eingangskriterien „chronischer Rückenschmerz ≥3 Monate“ und „Erkrankungsbeginn <45 Jahre“. Bei 8% wurde kein chronischer Rückenschmerz ≥3 Monate dokumentiert, 14% der Patienten waren bei Symptombeginn älter als 45 Jahre. 20% (452/2.236) erfüllten die beiden Eingangskriterien als Ganzes nicht.
Tabelle 1: Anteil der axSpA Patienten, die die Kriteriensets erfüllen bzw. nicht erfüllen
In beiden Kriterien-Sets wurden Bildgebungs- und klinischer Arm separat angewendet (Abbildung 1 [Abb. 1]). Von den 1.784/2.236 (80%) Patienten, die die Eingangskriterien erfüllten, wiesen 1.514 (68%) eine Sakroiliitis in der Bildgebung auf, 1.355 (61%) waren HLA-B27-positiv. Bei Anwendung der 2009 Kriterien (Abbildung 1A [Abb. 1]) erfüllten 1.512 (68%) den Bildgebungsarm, da sie mindestens einen weiteren SpA-Parameter aufwiesen. Im klinischen Arm hatten 1.289/2.236 (61%) der HLA-B27-positiven Patienten mindestens zwei weitere SpA-Parameter und erfüllten die Kriterien.
Abbildung 1: Flow Chart der Patienten, die A) die 2009-ASAS-axSpA-Klassifikationskriterien und B) die revidierten 2025-ASAS/SPARTAN-Klassifikationskriterien erfüllen bzw. nicht erfüllen
Im 2025-Kriterien-Set (Abbildung 1B [Abb. 1]) erfüllten 1.425 (64%) der Patienten mit Sakroiliitis den Bildgebungsarm, da zusätzliche SpA-Parameter mit ausreichender Gewichtung vorlagen. Im klinischen Arm erfüllten 74 (3%) Patienten die weiteren Kriterien mit der vorgesehenen Gewichtung.
Schlussfolgerung: Im RABBIT-SpA-Register erfüllten im Vergleich zu den 2009-ASAS-Kriterien weniger axSpA-Patienten die revidierten 2025-ASAS/SPARTAN-Klassifikationskriterien. Der klinische Arm der neuen Kriterien wurde deutlich seltener erfüllt als der klinische Arm der 2009 Kriterien, während der Bildgebungsarm beider Kriterien-Sets von der Mehrzahl der axSpA-Patienten erfüllt wurde, was die zentrale Rolle der Bildgebung unterstreicht. Hervorzuheben ist jedoch, dass fast ein Viertel der Patienten keines der beiden Kriterien-Sets erfüllte, was die Notwendigkeit einer Standardisierung der axSpA-Diagnostik betont.
Offenlegungserklärung: Die Finanzierung erfolgt gemeinschaftlich durch Eigenmittel des DRFZ sowie durch ein Konsortium fördernder pharmazeutischer Unternehmen. Derzeit sind dies AbbVie, Biogen, Celltrion, Janssen-Cilag, Lilly, Novartis, Pfizer, und UCB. Wir danken allen teilnehmenden Patient:innen und Rheumatolog:innen.



