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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Risikofaktoren für Frakturen und Osteoporose bei Systemischer Sklerose: Bedeutung klinischer Parameter jenseits der Knochendichte

Valeria Petrova - Heidelberg University Hospital, Internal Medicine V, Hematology, Oncology and Rheumatology, Rheumatology, Heidelberg, Deutschland
Moritz Banerjee - Heidelberg University Hospital, Internal Medicine V, Hematology, Oncology and Rheumatology, Rheumatology, Heidelberg, Deutschland
Alba Sulaj - Heidelberg University Hospital, Department of Endocrinology and Clinical Chemistry, Heidelberg, Deutschland
Hanns-Martin Lorenz - Heidelberg University Hospital, Internal Medicine V, Hematology, Oncology and Rheumatology, Rheumatology, Heidelberg, Deutschland
Lukas John - Heidelberg University Hospital, Internal Medicine V, Hematology, Oncology and Rheumatology, Hematology, Oncology, Heidelberg, Deutschland
Norbert Blank - Heidelberg University Hospital, Internal Medicine V, Hematology, Oncology and Rheumatology, Rheumatology, Heidelberg, Deutschland
Dorothee Kaudewitz - Heidelberg University Hospital, Internal Medicine V, Hematology, Oncology and Rheumatology, Rheumatology, Heidelberg, Deutschland

Text

Einleitung: Patient*innen mit Systemischer Sklerose (SSc) haben ein erhöhtes Frakturrisiko. Diese Studie untersuchte, ob die mittels Osteodensitometrie (DEXA) gemessene Knochendichte das Frakturrisiko ausreichend abbildet und welche klinischen sowie krankheitsspezifischen Faktoren als unabhängige Prädiktoren für das Vorliegen einer Osteoporose und osteoporose typischer Frakturen (MOF) fungieren.

Methoden: In dieser prospektiven Studie wurden Daten von 151 SSc-Patient*innen analysiert, die sich zwischen 03/25 und 01/26 in der Rheumaambulanz der Uniklinik Heidelberg vorgestellt haben. Erfasst wurden die Frakturhistorie, die Ergebnisse der Knochendichtemessung (T-Score/Z-Score an LWS und Femur) sowie klinische Daten (u.a. Manifestationen, Risikofaktoren, Medikation, Laborwerte) aus Anamnese und Aktenlage. Zur Identifikation unabhängiger Risikofaktoren wurden univariable Tests und multivariable logistische sowie lineare Regressionsmodelle durchgeführt.

Ergebnisse: Die Frakturprävalenz betrug 34% (52/151), wobei 19,7% (30/151) der Patient*innen der Kohorte bereits mindestens eine osteoporosetypische Fraktur erlitten hatten. 96,4% der Patient*innen zeigten eine altersentsprechende Knochendichte bestimmt durch den Z-Score (minimaler Z-Score LWS oder Femur -0.41 ± 1.04 (n=111)). 90,7% aller Frakturen insgesamt und 88,5% aller osteoporosetypischer Frakturen traten bei T-Score Werten der Knochendichte im Normbereich oder im Bereich der Osteopenie auf. In der multivariablen Analyse identifizierten wir die Dauer der Menopause (OR 1,09 pro Jahr; p=0,001) und das Vorhandensein akraler Ulzera (OR 2,93; p=0,026) als signifikante, unabhängige Prädiktoren für das Vorliegen einer Osteoporose.

Schlussfolgerung: Die DEXA-Messung alleine unterschätzt das Frakturrisiko bei SSc-Patient*innen erheblich. Neben der Menopausendauer stellen akrale Ulzera wesentliche Risikofaktoren für das Vorliegen einer Osteoporose dar. Eine frühzeitige osteologische Evaluation sollte neben dem T-Score weitere klinische Risikofaktoren miteinbeziehen um das tatsächliche Frakturrisiko adäquat abzubilden.

Offenlegungserklärung: Die Autoren erklären, dass kein Interessenskonflikt besteht.