Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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sCD206 als Makrophagen-Biomarker zur biologischen Stratifizierung von JIA-Subtypen
Text
Einleitung: Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) umfasst biologisch heterogene Entitäten, wird im klinischen Alltag jedoch weiterhin primär anhand der ILAR-Kriterien klassifiziert. Makrophagen spielen eine zentrale Rolle in der synovialen Entzündung. CD206 (Mannoserezeptor) ist ein Marker makrophagenassoziierter Aktivierungsprogramme; seine lösliche Form (sCD206) ist im Serum messbar. Ziel dieser Studie war es zu prüfen, ob sCD206 zwischen ILAR-Kategorien der JIA unterscheidet und damit zur biologisch informierten Stratifizierung beitragen kann.
Methoden: In einer querschnittlichen Biobank-Studie wurden sCD206-Serumspiegel mittels ELISA bei 263 Kindern mit JIA bestimmt: persistierende Oligoarthritis (POA, n=57), extendierte Oligoarthritis (EOA, n=110), seronegative Polyarthritis (SNP, n=55) und Rheumafaktor-positive Polyarthritis (RFP, n=41). Als Vergleich dienten 76 gesunde Kontrollen. Gruppenvergleiche erfolgten nichtparametrisch (Kruskal-Wallis-Test mit Dunn-Post-hoc-Test; Mann-Whitney-U-Test). Korrelationen mit Alter, Juvenile Arthritis Disease Activity Score (JADAS) und C-reaktivem Protein (CRP) wurden mittels Spearman-Test analysiert. Zusätzlich erfolgten Stratifizierungen nach Therapie und Krankheitsdauer.
Ergebnisse: Die sCD206-Spiegel unterschieden sich signifikant zwischen den Gruppen (global p<0,0001). Besonders auffällig waren niedrige Spiegel bei EOA im Vergleich zur Gesamt-JIA (p<0,0001), POA (p=0,0021), SNP (p<0,0001) und RFP (p<0,0001). RFP zeigte die höchsten Werte und unterschied sich signifikant von Gesamt-JIA (p=0,0001), POA (p=0,0172), EOA (p<0,0001) und Kontrollen (p<0,0001). Auch POA und SNP lagen über den Kontrollwerten. Die Unterschiede blieben nach Stratifizierung nach Therapie und Zeit seit Erkrankungsbeginn erhalten. Innerhalb der POA-Gruppe fanden sich höhere sCD206-Werte bei Jungen als bei Mädchen (p=0,0411). sCD206 korrelierte schwach mit JADAS in der Gesamtkohorte (ρ=0,214; p=0,0005) und bei EOA (ρ=0,216; p=0,02) sowie mit CRP in der Gesamtkohorte (ρ=0,166; p=0,009), bei SNP (ρ=0,372; p=0,007) und RFP (ρ=0,429; p=0,007).
Schlussfolgerung: sCD206 differenziert klinisch definierte ILAR-Kategorien der JIA und weist auf unterschiedliche makrophagenassoziierte Entzündungsprogramme hin. Besonders die klare Abgrenzung von EOA gegenüber POA und polyartikulären Kategorien unterstützt den Ansatz, sCD206 als Biomarker für eine frühere biologische Stratifizierung der JIA weiter zu evaluieren.
Offenlegungserklärung: Dank an den Verein „Hilfe für das rheumakranke Kind“ für die Finanzierung der Studie.
Keine Interessenkonflikte.
Literatur
[1] Rødgaard-Hansen S, Rafique A, Christensen PA, Maniecki MB, Sandahl TD, Nexø E, Møller HJ. A soluble form of the macrophage-related mannose receptor (MR/CD206) is present in human serum and elevated in critical illness. Clin Chem Lab Med. 2014 Mar;52(3):453-61. DOI: 10.1515/cclm-2013-0451[2] Nielsen MC, Andersen MN, Rittig N, Rødgaard-Hansen S, Grønbaek H, Moestrup SK, Møller HJ, Etzerodt A. The macrophage-related biomarkers sCD163 and sCD206 are released by different shedding mechanisms. J Leukoc Biol. 2019 Nov;106(5):1129-1138. DOI: 10.1002/JLB.3A1218-500R



