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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Virtual Reality als innovatives Instrument der Wissenschaftskommunikation in der Rheumatologie

Lien Meerkatt - Charité Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie, Berlin, Deutschland
David Simon - Charité Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie, Berlin, Deutschland; Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie, Abteilung Allergologie und Immunologie, Berlin, Deutschland; Deutsches Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) Berlin, Leibniz-Institut, Berlin, Deutschland
Arnd Kleyer - Charité Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie, Berlin, Deutschland; Deutsches Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) Berlin, Leibniz-Institut, Berlin, Deutschland; Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie, Abteilung Allergologie und Immunologie, Berlin, Deutschland
Thorben Witte - Charité Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie, Berlin, Deutschland
Alexander Pfeil - Universitätsklinikum Jena, Klinik für Innere Medizin III, Jena, Deutschland
Edgar Wiebe - Charité Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie, Berlin, Deutschland

Text

Einleitung: Das öffentliche Verständnis für rheumatische und muskuloskelettale Erkrankungen ist begrenzt, und konventionelle Formate der Wissenschaftskommunikation vermitteln deren Komplexität oft unzureichend. Immersive Technologien wie Virtual Reality (VR) ermöglichen eine anschauliche Darstellung von Krankheitsmechanismen und Therapieeffekten. Ziel dieser Studie war es, das Potenzial von VR zur Verbesserung von Verständnis, Engagement und Aufmerksamkeit für die Rheumatologie zu untersuchen.

Methoden: Die VR-Anwendung Rheumality GO! [1], [2], [3], eine interaktive Plattform zur Visualisierung rheumatischer Krankheitsmechanismen, struktureller Schäden und Therapieeffekte, wurde im Rahmen der „Langen Nacht der Wissenschaften“ eingesetzt. Teilnehmende aus der Allgemeinbevölkerung nutzten die Anwendung freiwillig. Die Evaluation erfolgte mittels strukturierter Fragebögen zu Benutzerfreundlichkeit, Verständlichkeit, wahrgenommener Relevanz und Einfluss auf das Verständnis. Die Daten wurden deskriptiv ausgewertet; Zusammenhänge wurden mittels Pearson-Korrelation und multipler Regression analysiert.

Ergebnisse: Es nahmen 54 Personen im Alter von 18–83 Jahren teil (Mittelwert 41,5; SD 17,7). Etwa die Hälfte hatte grundlegende medizinische Vorkenntnisse, etwa ein Viertel keine; die übrigen waren Medizinstudierende oder medizinisch ausgebildet. 94,4% berichteten ein verbessertes Verständnis der Krankheitsbilder, 85,2% wünschten weitere VR-Inhalte. 68,5% gaben eine gesteigerte Aufmerksamkeit für die Rheumatologie an, 88,9% sahen ein Potenzial zur Verbesserung der öffentlichen Sichtbarkeit, und 77,8% bewerteten diese angesichts des Ärztemangels als besonders relevant. Das Alter korrelierte negativ mit der Navigationsfreundlichkeit (r = −0,31; p = 0,024), jedoch nicht mit der Verständlichkeit (r = −0,14; p = 0,31). Vorherige VR-Erfahrung zeigte einen nicht signifikanten Trend zu besserer Navigation (r = 0,23; p = 0,092), ohne Einfluss auf die Verständlichkeit (r = 0,04; p = 0,76). In der multiplen Regression war 3D-Visualisierung kein signifikanter Prädiktor für Verständlichkeit, während medizinisches Vorwissen signifikant war (β = 0,33; p = 0,015).

Schlussfolgerung: VR-basierte Wissenschaftskommunikation erreicht unterschiedliche Zielgruppen effektiv und verbessert das Verständnis rheumatischer Erkrankungen unabhängig von Alter und VR-Vorerfahrung. Immersive Visualisierung stellt ein vielversprechendes Instrument für die öffentliche Vermittlung komplexer Krankheitsprozesse dar.

Offenlegungserklärung: DS war Mitglied wissenschaftlicher Beiräte von AbbVie, Bristol-Myers Squibb, Gilead Sciences, Janssen-Cilag, Lilly, Novartis und UCB. AK erhielt Vortragshonorare von AbbVie, Amgen, Alfasigma, Bristol-Myers Squibb, Janssen-Cilag, Lilly, Kyverna, Novartis und UCB. EW berichtet Beratungsvergütungen, Honorare und Reisekostenerstattungen von UCB, Lilly, Medac, Sobi, Novartis und Celltrion. AP, TW, LM: None to disclose.


Literatur

[1] Klemm P, Kleyer A, Tascilar K, Schuster L, Meinderink T, Steiger F, Lange U, Müller-Ladner U, Knitza J, Sewerin P, Mucke J, Pfeil A, Schett G, Hartmann F, Hueber AJ, Simon D. A Virtual Reality-Based App to Educate Health Care Professionals and Medical Students About Inflammatory Arthritis: Feasibility Study. JMIR Serious Games. 2021 May 11;9(2):e23835. DOI: 10.2196/23835
[2] Pfeil A, Klemm P, Hueber AJ, Hoffmann T, Weise T, Oelzner P, Knop S, Müller-Ladner U, Lange U, Wolf G, Schett G, Simon D, Kleyer A. Enhancing student understanding of rheumatic disease pathologies through augmented reality: findings from a multicentre trial. Rheumatology (Oxford). 2024 Jul 1;63(7):1949-1956. DOI: 10.1093/rheumatology/kead508
[3] Schuster L, Valor-Méndez L, Wacker J, Dannhardt-Thiem V, Schmidt A, Knitza J, Simon D, Manger B, Schett G, Kleyer A. „Rheuma (be-)greifen“ – ein multimodales Lehrkonzept zur Verbesserung der rheumatologischen Lehre für Studierende der Humanmedizin ["Rheuma (be-)greifen"- A multimodal teaching concept to improve rheumatology education for medical students]. Z Rheumatol. 2024 Apr;83(3):186-193. German. DOI: 10.1007/s00393-023-01391-w