Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Virtual-Reality-Anwendung in der rheumatologischen Lehre: Standortübergreifende Auswertung der Evaluation multimodaler Lehrkonzepte
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Einleitung: Virtual- und Augmented-Reality-(VR/AR)-Anwendungen gewinnen zunehmend an Bedeutung in der medizinischen Lehre. Immersive Technologien fördern den Wissenserwerb vergleichbar zu traditionellen Lehrmethoden, steigern jedoch Lernerfahrung, Zufriedenheit und Engagement signifikant [1]. Ein zentraler Wirkmechanismus liegt in der dreidimensionalen Visualisierung komplexer Inhalte, die sowohl faktisches Wissen als auch räumliches Verständnis verbessert [2]. Die Applikation Rheumality GO! wurde kontinuierlich technisch und didaktisch weiterentwickelt und ermöglicht eine immersive Darstellung rheumatologischer Krankheitsbilder mit Mixed-Reality-Funktionen und intuitiver Interaktion. Während AR- und VR-basierte Ansätze bereits erfolgreich evaluiert wurden [3], [4], besteht weiterhin eine Evidenzlücke hinsichtlich der weiterentwickelten VR-Anwendung und ihrer standortübergreifenden didaktischen Wirkung im Kontext des Medizinstudiums.
Methoden: Eingeschlossen wurden Medizinstudierende zweier universitärer Lehrformate mit unterschiedlicher curricularer Einbettung (rheumatologisches Wahlpflichtfach Berlin; Pflichtlehrformat Jena). Hierbei kamen standortspezifisch angepasste, jedoch strukturell vergleichbare Likert-skalierte Fragebögen (1–5) zum Einsatz, die zentrale didaktische Dimensionen wie Verständlichkeit, wahrgenommenen Lernzuwachs, technische Umsetzbarkeit und Gesamtbewertung erfassten. Die VR-Anwendung war in ärztlich moderierte Kleingruppen mit strukturierter Vor- und Nachbesprechung eingebettet. Studierende konnten klinische Fallberichte sowie multimodale Bildgebung (MRT, CT, PET/CT) dreidimensional im VR- und AR-Modus explorieren. Es erfolgte eine deskriptive Analyse (Mittelwert MW).
Ergebnisse: Insgesamt wurden 97 Studierende eingeschlossen (Berlin: n = 35; Jena: n = 62). Die dreidimensionale Darstellung rheumatologischer Krankheitsbilder wurde als besonders anschaulich und verständnisfördernd wahrgenommen, was sich in hohen Bewertungen der bildgebenden Darstellung und des Verständniseffekts widerspiegelt (MW 4,1–4,5). Insbesondere die Möglichkeit, pathologische Strukturen räumlich zu erfassen, wurde als klarer Mehrwert gegenüber klassischen Lehrformaten beschrieben. Konsistent zeigte sich ein hoher wahrgenommener Lernzuwachs (MW 4,1–4,6). Zudem wurde die Attraktivität der Lehrveranstaltung durch den Einsatz dieser Technologie gesteigert, insbesondere durch den interaktiven Charakter. Limitationen betrafen den Wunsch nach stärkerer inhaltlicher Vertiefung sowie nach zusätzlichen interaktiven Elementen. Zudem wurde vereinzelt eine engere Verzahnung mit klassischen klinischen Lehrformaten als sinnvoll erachtet.
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse verdeutlichen die wachsende Relevanz immersiver Technologien für die medizinische Ausbildung und weisen auf ein substantielles Potenzial zur Weiterentwicklung etablierter Lehrformate hin. Insbesondere im Kontext komplexer, bildgebungsbasierter Krankheitsbilder eröffnen VR/AR-basierte Ansätze neue Möglichkeiten zur Integration visueller und klinischer Lerninhalte. Die konsistent positiven Rückmeldungen über unterschiedliche Curricula hinweg sprechen für eine breite Einsetzbarkeit und unterstützen die Weiterentwicklung multimodaler, digital unterstützter Lehrkonzepte in der Rheumatologie.
Offenlegungserklärung: DS war Mitglied wissenschaftlicher Beiräte von AbbVie, Bristol-Myers Squibb, Gilead Sciences, Janssen-Cilag, Lilly, Novartis und UCB. AK erhielt Vortragshonorare von AbbVie, Amgen, Alfasigma, Bristol-Myers Squibb, Janssen-Cilag, Lilly, Kyverna, Novartis und UCB. EW berichtete über Beratungsvergütungen, Honorare und Reisekostenerstattungen von UCB, Lilly, Medac, Sobi, Novartis und Celltrion. TH erhielt Honorare und Reisekostenerstattungen von Boehringer, Janssen-Cilag, Pfizer, UCB. AP erhielt Honorare für Vorträge von Lilly. FU erhielt Reisekostenerstattungen durch AbbVie. Keine offenzulegenden Angaben bei: LM, CP, CS.
Literatur
[1] Ryan GV, Callaghan S, Rafferty A, Higgins MF, Mangina E, McAuliffe F. Learning Outcomes of Immersive Technologies in Health Care Student Education: Systematic Review of the Literature. J Med Internet Res. 2022 Feb 1;24(2):e30082. DOI: 10.2196/30082[2] Yammine K, Violato C. A meta-analysis of the educational effectiveness of three-dimensional visualization technologies in teaching anatomy. Anat Sci Educ. 2015;8(6):525–38. DOI: 10.1002/ase.1510
[3] Pfeil A, Klemm P, Hueber AJ, Hoffmann T, Weise T, Oelzner P, et al. Enhancing student understanding of rheumatic disease pathologies through augmented reality: findings from a multicentre trial. Rheumatology (Oxford). 2024 Jul 1;63(7):1949–56. DOI: 10.1093/rheumatology/kead508
[4] Klemm P, Kleyer A, Tascilar K, Schuster L, Meinderink T, Steiger F, et al. A Virtual Reality-Based App to Educate Health Care Professionals and Medical Students About Inflammatory Arthritis: Feasibility Study. JMIR Serious Games. 2021 May 11;9(2):e23835. DOI: 10.2196/23835



