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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Stellenwert der Positronenemissionstomographie bei eosinophiler Fasziitis – 3 Fallberichte und Review über die Literatur

Franziska Höche - Universitätsklinikum Halle, Halle (Saale), Deutschland
Christoph Schäfer - Universitätsklinikum Halle, Halle (Saale), Deutschland
Gernot Keyßer - Universitätsklinikum Halle, Halle (Saale), Deutschland

Text

Einleitung: Die eosinophile Fasziitis (EoF) ist eine entzündliche Erkrankung der Septen und Faszien mit Schwellung und Verhärtung der darüberliegenden Haut. Als diagnostischer Goldstandard gilt die Kombination aus Magnetresonanztomographie (MRT) und Histologie. Die Erkrankung kann gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen, aber auch im Rahmen von Malignomen auftreten.

Methoden: Bericht über drei Patient:innen mit Diagnose einer EoF. Literaturrecherche in PubMed mit Suchbegriffen „eosinophilic fasciitis and positron emission tomography“.

Ergebnisse: Fall 1: Eine 27-jährige adipöse Patientin stellt sich mit seit 3 Monaten bestehender Einschränkung der Fingerbeweglichkeit, Schmerzen der Unterarme und einem Gewichtsverlust von 15 kg vor. Die Weichteile der Unterarme imponierten straff und druckdolent. Es bestanden eine subcutane Verhärtung an den Unterschenkeln sowie eine Eosinophilie mit 0,18% und ein erhöhtes CRP von 72,8 mg/l. Das MRT des Handgelenkes zeigte eine ausgeprägte Myofasziitis und Tendovaginitis. Im PET/CT bestand eine erhöhte Glukosestoffwechselaktivität der Faszien an Füßen, Unterschenkeln und Unterarmen. Die Behandlung der EoF erfolgte mit Prednisolon und Methotrexat.

Fall 2: Ein 63-jähriger Patient bemerkte progrediente Belastungsdyspnoe und Ödeme an Unterschenkeln und Rumpf. Seit 2,5 Monaten bestanden Schmerzen der Beine und Arme, zusätzlich ein Gewichtsverlust von 8 kg. Die Haut an beiden Unterschenkeln und Unterarmen erschien verdickt und druckdolent. Das MRT der Unterschenkel beschrieb eine floride Fasziitis. Das PET/CT bestätigte die Fasziitis mit Betonung der unteren Extremität, der Rückenmuskulatur und Unterarme. Die Therapie erfolgte analog zur Patientin 1.

Fall 3: Eine 62-jährige Patientin stellt sich mit seit 8 Monaten progredienten Spannungsgefühlen beider Beine und Unterarme vor. Klinisch fand sich eine Orangenhaut und ein deutliches Groove-Sign an beiden Unterarmen. Das PET/CT zeigt eine Fasziitis beider Arme und Beine, das MRT der Unterschenkel eine floride Fasziitis. Die Therapie erfolgt analog zur Patientin 1.

Ergebnisse Literaturrecherche: Es wurden 10 Einträge in PubMed gefunden, darunter 9 Fallberichte über die Diagnosestellung einer EoF mittels PET/CT. In einer retrospektiven multizentrischen Beobachtungsstudie [1] zeigte nur die Hälfte der Patienten ein positives PET/CT. Es wird daher von einer geringen Sensitivität ausgegangen.

Schlussfolgerung: Die Diagnosestellung einer EoF erfolgt häufig mittels Biopsie und MRT. Wir konnten in 3 Fällen die Fasziitis jedoch auch im PET/CT nachweisen. Bei möglicher Assoziation mit Malignomen lokalisiert das PET/CT Umfang und Ausmaß der Fasziitis und ermöglicht den Tumorausschluss. Das Verfahren erscheint uns daher gut geeignet zur Diagnosestellung.


Literatur

[1] Chevalier K, Bouaziz JD, Groh M, Allali D, Belfeki N, Bourse N, Cazalets-Lacoste C, Collot R, Flamarion E, Lacombe V, Le Scornet T, Mauhin W, Michaud M, Dupin N, Kahn JE, Mouthon L, Chaigne B. Diagnostic and prognostic performance of positron emission tomography/computed tomography in eosinophilic fasciitis: An observational multicenter retrospective study. J Am Acad Dermatol. 2025 Mar;92(3):647-650. DOI: 10.1016/j.jaad.2024.11.031