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38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft

Retinologische Gesellschaft
03.-04.07.2026
Badenweiler

Meeting Abstract

Longitudinale Veränderung der funduskontrollierten Dunkeladaptation in altersabhängiger Makuladegeneration

Laura Mächler - Basel/CH
G. Ansari - Basel/CH
T. Lipsky - Basel/CH
J. Oertli - Basel/CH
N. Feltgen - Basel/CH
K. Pfau - Bonn
M. Pfau - Bonn

Text

Fragestellung: Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) beeinträchtigt die stäbchenvermittelte Dunkeladaptation erheblich. Die Fundus-kontrollierte Dunkeladaptation als neues Verfahren ermöglicht eine präzisere Untersuchung der parazentralen stäbchenvermittelten Dunkeladaptation, durch sehr kleine parafoveale Messpunkte. Das Ziel dieser Studie war die longitudinale Evaluation der Fundus-kontrollierten Dunkeladaptometrie als funktioneller Endpunkt bei früher und intermediärer AMD.

Methodik:In die Studie wurden Patienten mit vorwiegend früher und intermediärer AMD im Studienauge gemäß der Beckmann-Klassifikation eingeschlossen. An zwei Terminen mit einem Abstand von 18 Monaten unterzogen sich die Probanden nach multimodaler Bildgebung und Sehtests einer 45-minütigen Dunkeladaptation, gefolgt von einem 59% „Rhodopsin-Bleach“. Anschließend erfolgte die Fundus-kontrollierte Dunkeladaptometrie bei 2°, 4°, 6° und 8° Exzentrizität (temporale Netzhaut) am MAIA 2 Gerät (iCare, Padua, Italien), mit einer maximalen Testdauer von 60 Minuten. Testergebnisse mit einer Rod Intercept Time“ (RIT) von 60 Minuten bei Baseline wurden von der Analyse ausgeschlossen, um Bodeneffekte („Floor-Effects“) und daraus resultierende Artefakte bei der Berechnung der Änderungsrate zu vermeiden. Die RIT sowie die Stäbchen- und Zapfenschwellenwerte wurden durch Anpassung nichtlinearer Modelle an die Messdaten bestimmt. Zur Ermittlung der Änderungsrate der Dunkeladaptation wurden lineare gemischte Modelle mit der Patienten-ID als Zufallseffekt verwendet.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 86 Messpunkte von 14 Patienten analysiert. Die Diagnosen der Studienaugen umfassten: 3 frühe AMD, 7 intermediäre AMD, 3 intermediäre AMD mit retikulären Pseudodrusen [RP], 1 späte, nicht exsudative, AMD. Das mediane [IQR] Alter bei Studieneinschluss war 75.3 Jahre [67.8, 79.4], die bestkorrigierte Sehschärfe war -0.02 logMAR [-0.07, 0.12], und mediane Baseline RIT war 28.2 min [26.1, 28.3] bei 2°, 27.3 min [20.4, 41.1] bei 4°, 27.2 min [19.2, 38.4] bei 6°, und 19.7 min [16.4, 29.5] bei 8°. Die mediane Zeit bis zum Verlaufs-Termin war 1.63 Jahre [1.52, 1.68].Die longitudinale Analyse ergab signifikante Veränderungen [95% KI] der RIT bei 2° (2.95 min/Jahr [0.65 – 5.25]) und bei 4° (1.10 min/Jahr [0.32 – 1.89]). Bei 6° und 8° Exzentrizität zeigte sich keine zuverlässig messbare Änderung der RIT im Beobachtungszeitraum. Ebenso blieb die Veränderung der Sehschärfe nicht signifikant. Analog dazu zeigte sich bei anderen Parametern der Dunkeladaptometrie (finaler Stäbchen-Schwellenwert, Zapfen-Schwellenwert) keine signifikanten longitudinalen Veränderungen (alle p > 0.05).

Schlussfolgerung: Die RIT ist der sensitivste Parameter zur Erfassung von longitudinalen Veränderungen der Dunkeladaptation. Während bei der Erhebung der zentralen RIT bei 2° und 4° über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren eine Progression messbar war, zeigten peripherere Messpunkte (6° und 8°) sowie die bestkorrigierte Sehschärfe im untersuchten Zeitraum keine signifikanten Veränderungen. Die Fundus-kontrollierte Dunkeladaptation ist somit ein vielversprechender funktioneller Endpunkt bei (früher) AMD.