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38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft

Retinologische Gesellschaft
03.-04.07.2026
Badenweiler

Meeting Abstract

Subretinaler Chip bei geografischer Atrophie

Lars-Olof Hattenbach - Ludwigshafen

Text

Hintergrund: Die geografische Atrophie (GA) infolge einer altersabhängigen Makuladegeneration ist durch den Verlust von Photorezeptoren und retinalem Pigmentepithel gekennzeichnet, während die inneren retinalen Schichten über lange Zeit erhalten bleiben. Das subretinale Photovoltaik-Implantat PRIMA wurde entwickelt, um diese verbliebenen neuronalen Strukturen elektrisch zu stimulieren und damit eine teilweise Wiederherstellung zentraler Sehfunktionen zu ermöglichen.

Methoden und Ergebnisse: Der Vortrag stellt das Konzept des photovoltaischen subretinalen PRIMA-Netzhautimplantats vor und fasst die Ergebnisse der bislang publizierten klinischen Studien zusammen, in denen bei Patienten mit geografischer Atrophie die sichere Implantation des Systems gezeigt werden konnte. Die Probanden erreichten nach Aktivierung des Implantats eine Ver-besserung der Sehschärfe gegenüber dem Ausgangsbefund sowie die Fähigkeit zur Erkennung von Zeichen und Mustern auch unter Real-Life Bedingungen. Die funktionellen Ergebnisse unterstreichen das Potenzial der Technologie, verlorene zentrale Sehfunktionen zumindest teilweise zu ersetzen.

Schlussfolgerung: Das PRIMA-System repräsentiert einen paradigmatischen Wandel von der neuroprotektiven hin zur funktionell restaurativen Therapie der geografischen Atrophie. Die bisherigen klinischen Daten belegen die Machbarkeit und Sicherheit des Verfahrens und liefern den Nachweis einer klinisch relevanten Wiederherstellung visueller Funktionen. Der Vortrag diskutiert den aktuellen Evidenzstand, Limitationen der Technologie sowie zukünftige Perspektiven retinaler Neuroprothesen bei fortgeschrittener Makuladegeneration.