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38. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft

Retinologische Gesellschaft
03.-04.07.2026
Badenweiler

Meeting Abstract

Arcuate retinal Atrophy als Langzeitfolge nach ICG-assistierter Vitrektomie

Silvia Bopp - Bremen

Text

Ziel: Erstbeschreibung einer Spätkomplikation nach ICG-assistierter Vitrektomie mit Peeling, die bis dato nicht beschrieben wurde, und von der Autorin mit dem deskriptiven Begriff “arcuate Atrophy” nach ICG-als Visualisierungshilfe bezeichnet wird.

Methode: Zufallsbeobachtung eines bogenförmigen RPE-Defektes perimakulär oder entlang der temporalen Arkaden bei 12 Patienten (13 Augen), bei denen zwischen 2001 und 2015 eine Vitrektomie mit 0,1% ICG als Farbstoff verwendet wurde. Die Ausgangssituationen waren im Wesentlichen Makulaforamina, epiretinale Gliosen und Amotiones.

Ergebnis: Die Patienten kamen aus nach der initialen Chirurgie aus krankheitsunabhängigen anderen Gründen zur Wiedervorstellung (follow-up 3–19 Jahre). Der Befund war in den meisten Fällen asymptomatisch, einzelne hatten Gesichtsfelddefekte wahrgenommen. Die Läsion kam in der FAF deutlich als hypoautofluoreszentes Band zur Darstellung, ophthalmoskopisch war nicht immer evident. In der OCT zeigte sich eine vollständige Atrophie des RPE und der äußeren Netzhaut. Die Veränderungen traten minimal zwischen 3 und 5 Jahren nach der Operation auf. Temporal und inferior der Makula waren die bogenförmigen Atrophiezonen häufiger als superior und nasal. Die Fovea, in der ein ILM-Peeling vorausgegangen war, war stets ausgespart.

Schlussfolgerungen: Die Autorin stellt die Hypothese auf, dass die arcuate atrophy ein lichttoxischer Spätschaden nach ICG-Applikation darstellt. Bei standardisierter Operationstechnik mit Applikation des Farbstoffes auf den hinteren Pol und anschließender Entfernung lässt die Korrelation zwischen dem Peelingareal und der Lokalisation des Atrophieringes vermuten, dass diese Läsionen dort entstehen, wo die Netzhautoberfläche bzw. ILM den längsten Kontakt zum Farbstoff hatte (hinterer Pol), und daher der Schaden die delaminierten fovealen Areale ausspart.