37. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft
37. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft
Ex vivo Kokulturmodell der Schweineretina als Krankheitsmodell für AMD
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Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine der häufigsten Ursachen für Sehverlust im Alter. Ziel unserer Studien war die Entwicklung eines ex vivo Kokulturmodells, das zentrale Aspekte der AMD-Pathogenese abbildet. Aufbauend auf einer etablierten Methode zur schonenden Explantation der Schweine-Neuroretina wurde ein Kokulturmodell aus primären retinalen Pigmentepithelzellen (ppRPE) und Neuroretina etabliert. Hierzu wurden die ppRPE mit verschiedenen Medien vorbehandelt, darunter Natriumiodat (NaIO₃), homogenisierte Retina (HPR), Photorezeptor-Außensegmente (ROOS) und bovines Serumalbumin (BSA), um eine Schädigung oder die Bildung drusenähnlicher Ablagerungen zu induzieren. Die Vorbehandlungen führten zu einer verminderten Zellvitalität und reduzierter Expression RPE-typischer Marker (z.B. RPE65, RLBP1) sowie zu entzündlichen, oxidativen und hypoxischen Veränderungen. Besonders NaIO₃ und HPR induzierten signifikanten Zellverlust und eine erhöhte APOE-Expression. In allen behandelten Gruppen war die Zahl der Zapfen in der Neuroretina reduziert.
Das ex vivo Modell ermöglicht die kombinierte Untersuchung von RPE-Degeneration, Ablagerungsbildung und deren Auswirkungen auf die Neuroretina und stellt damit einen vielversprechenden Ansatz zur Erforschung der AMD-Pathogenese dar.



