Gesundheit gestalten
Gesundheit gestalten
Wirkung steuern statt vermuten: Gesundheitsförderung nach §20a SGB V wirksam gestalten
Text
Hintergrund: Praxisnahe Ansätze zur wirkungsorientierten Steuerung in Prävention und Gesundheitsförderung (PGF) gewinnen im Zuge der Forderung nach mehr Evidenzbasierung an Bedeutung [1]. Für eine systematischere Umsetzung wirkungsorientierter Steuerung, bedarf es umsetzungsorientierter und partizipativer Methoden [2]. Gesetzliche Krankenkassen (GKV) profitieren durch ein besseres Verständnis von Wirkzusammenhängen von höherer Steuerungsfähigkeit, etwa durch die gezielte Priorisierung von Maßnahmen. Projektträger, wie Kommunen, gewinnen eine stärkere Argumentationsgrundlage gegenüber Politik und Fördermittelgebern sowie strategischer Kohärenz.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist es, Fachkräften aus GKV und Projektträger nach §20a, Wirkungsorientierung als zentrales Steuerungsinstrument einzuordnen und Ansatzpunkte für eine niedrigschwellige Implementierung zu erarbeiten.
Diskussionspunkt: Wirkungsorientierte Steuerung adressiert ein Spannungsfeld in nach §20a geförderten Projekten: Entscheidungen werden zu häufig ohne Wirkungsgrundlagen getroffen. Wirkungsorientierung schafft einen systematischen Rahmen, um Projektverläufe zu reflektieren und Entscheidungen nachvollziehbarer zu gestalten.
Als partizipativer Ansatz stärkt sie den Dialog zwischen allen Stakeholdern trägt zur Klärung von Zielen und Erfolgskriterien bei. Damit unterstützt sie die Qualitätsentwicklung und Legitimation von Maßnahmen der PGF [3].
Zielgruppe: Fachkräfte und Entscheider:innen aus GKV und Projektträgern wie Kommunen in Projekten nach §20a SGB V.
Didaktische Methode/n: Der Workshop stellt praxisnahe Vorgehensweisen vor, die eine wirkungsorientierte Arbeitsweise unterstützen. Grundlage sind Steuerungsansätze, die auf dem Konzept der Realistic Evaluation basieren und theoretische Fundierung mit praktischer Anwendbarkeit verknüpfen.
Der Workshop kombiniert Impulsvorträge und interaktive Methoden wie fallbasierte Kleingruppenarbeit (Canvas-basiert), die praxisnahe Arbeit mit Wirkungsketten (Logikmodell) und eine strukturierte Plenumsdiskussion zur Ableitung konkreter Unterstützungsbedarfe.
Teilnehmende erhalten eine Foto-Dokumentation.
Take Home Message für die Praxis: Wirkungsorientierung ist ein zentrales Steuerungsinstrument, um Entscheidungen transparenter, zielgerichteter und wirkungsvoller zu gestalten und die Nachhaltigkeit von Projekten der Prävention und Gesundheitsförderung zu stärken.
Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: Prof. Dr. Dennis John (Evangelische Hochschule Nürnberg), Experte für Wirkungs- und Evaluationsforschung und Christoph Holz-Rossi (nuvio), Prozessbegleiter.
Geschätzte Anzahl Teilnehmern/innen: Der Workshop ist für bis zu 20 Teilnehmende ausgelegt
Interessenkonflikte: Es besteht ein potenzieller Interessenkonflikt, da die Autor:innen im dargestellten Themenfeld beratend tätig sind.
Literatur
[1] De Bock F, Rehfuess E. Mehr Evidenzbasierung in Prävention und Gesundheitsförderung: Kriterien für evidenzbasierte Maßnahmen und notwendige organisationale Rahmenbedingungen und Kapazitäten. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2021 May;64(5):524-533. DOI: 10.1007/s00103-021-03320-1[2] John D, Tyrach M, Ottmann S. Evaluation in der kommunalen Prävention und Gesundheitsförderung: Der Wirkungsradar als partizipatives Praxistool zur Wirkungsforschung. Präv Gesundheitsf.2025:1-8. DOI: 10.1007/s11553-025-01272-x
[3] Humrich W, Kilian H, Richter-Kornweitz A, Kolip P. Wirkungsorientierung in Gesundheitsförderung und Prävention. In: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), editor. Leitbegriffe der Gesundheitsförderung und Prävention. Glossar zu Konzepten, Strategien und Methoden. 2024. DOI:10.17623/BZGA:Q4-I161.10



