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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Keine Zeit für gesunde Ernährung? Erprobung eines „Werkzeugkoffers“ zur Unterstützung der hausärztlichen Beratung

Eugenia Marbach-Breitrück - Stiftung Gesundheitswissen, Deutschland
Lisa-Marie Ströhlein - Stiftung Gesundheitswissen, Deutschland
Michael Mibs - Stiftung Gesundheitswissen, Deutschland
Michael Grimm - Stiftung Gesundheitswissen, Deutschland

Text

Hintergrund: Gesunde Ernährung ist essenziell für die Prävention und Therapie vieler chronischer Erkrankungen. In der ärztlichen Praxis erschweren jedoch Zeitdruck, unzureichende Vergütung und fehlende praxistaugliche Materialien eine verhaltensorientierte Beratung.

In einem partizipativen Prozess wurde eine komplexe, modulare Intervention in Form eines Werkzeugkoffers entwickelt. Sie soll die Ernährungskompetenzen der PatientInnen fördern und hausärztliche Praxen bei der individuellen Beratung unterstützen. Die Interventionsbausteine umfassen Online-Informationen für PatientInnen, digitale Tools als interaktive Beratungswerkzeuge, druckbare Patientenmaterialien zur Weitergabe sowie Kurzberatungs-Algorithmen und Merkblätter für Gesundheitsprofessionelle. Je nach Bedarf, Ressourcen und Praxisstrukturen sind diese Bausteine individuell kombinierbar und ermöglichen eine interprofessionelle Aufgabenverteilung, z. B. durch Delegation an die MFA.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel des Workshops ist die Identifikation von Implementierungshürden und Weiterentwicklungsbedarfen der modular aufgebauten Interventionsbausteine.

Diskussionspunkt: Inwieweit kann die Intervention so weiterentwickelt werden, dass sie trotz Zeitdruck sowohl die Ernährungskompetenzen der PatientInnen fördert als auch eine spürbare Entlastung für das Fachpersonal bietet? Wo liegen die Grenzen der Machbarkeit für das Praxisteam?

Zielgruppe: Niedergelassene ÄrztInnen, Medizinische Fachangestellte (MFA), ErstellerInnen von Gesundheitsinformationen sowie AkteurInnen aus der Versorgungsforschung.

Didaktische Methode/n:

  • Impuls (10 Min.): Vorstellung des Entwicklungsprozesses und der daraus resultierenden Interventionsbausteine
  • Exploration (30 Min.): TeilnehmerInnen erproben die Interventionsbausteine an vier Stationen in Kleingruppen (7-minütiges Rotationsprinzip).
  • Anwendung (25 Min.): Anhand einer vorgegebenen Fallvignette entwickeln die TeilnehmerInnen in Kleingruppen ein konkretes Beratungsszenario unter Nutzung der Interventionsbausteine. Dabei identifizieren sie Hürden für den Praxiseinsatz.
  • Plenum (25 Min.): Präsentation der Ergebnisse und Diskussion der Weiterentwicklungsbedarfe

Take Home Message für die Praxis: Ein modularer Werkzeugkoffer kann eine Ernährungsberatung im Praxisalltag unterstützen. Der flexible Einsatz der einzelnen Bausteine sowie interprofessionelle Delegation sind dabei der Schlüssel, um patientenzentrierte Beratung auch in begrenzter Zeit zu integrieren.

Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: EM und LS sind an der Erstellung der Informations- und Fortbildungsangebote der gemeinnützigen Stiftung Gesundheitswissen beteiligt. Ihr Fokus liegt auf der nutzerzentrierten Konzeption sowie der zielgruppengerechten Kommunikation evidenzbasierter Inhalte.

Geschätzte Anzahl Teilnehmern/innen: 20 – 25 Personen

Interessenkonflikte: EM, LS, MM und MG sind bei der gemeinnützigen Stiftung Gesundheitswissen an der Erstellung von Fortbildungs- und Informationsangeboten für die Gesundheitsaufklärung und -versorgung beteiligt.