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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Multiple Key Informant Technique: Einführung und praktische Anwendung

Dominik Röding - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Saskia Müllmann - Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, Deutschland
Isabell von Holt - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Ricarda Brender - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Sibel Ünlü - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland

Text

Hintergrund: Die Multiple Key Informant Technique [1], [2] hat ihren Ursprung in der Ethnographie zielt darauf ab, latente Kontextmerkmalen (z.B. Community Readiness) zu messen. Dazu werden aus den zu untersuchenden Kontexten jeweils mehrere sachkundige Personen mit diversen Perspektiven, sogenannte Key Informants, über ihre informierte Wahrnehmung zu den interessierenden Kontextmerkmalen befragt. Aus diesen intersubjektiven Daten werden anschließend die wahren Werte für die latenten Kontextmerkmale statistisch geschätzt. Obwohl diese Technik als die beste zur Messung latenter Kontextmerkmale gilt, wird sie in Deutschland bislang kaum eingesetzt.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziele sind, die Teilnehmenden mit der Multiple Key Informant Technique bekannt zu machen und diese in Deutschland zu etablieren.

Diskussionspunkt: Die Kleingruppen geben je ein Statement ab, inwiefern sich die Multiple Key Informant Technique für ihre Beispielstudie als praktikabel gezeigt hat und welche Learnings sie aus ihrer Kleingruppenarbeit für sich ziehen (10 Minuten). Der Workshop schließt mit einem Fazit (5 Minuten).

Zielgruppe: Studierende, Forschende und Lehrende aus Public Health und verwandten Disziplinen

Didaktische Methode/n: Nach einer 30-minütigen Einführung in die Methode (Historische Entstehung, Varianten, Überschneidungen, Beispiele und Besonderheiten bei der Datenerhebung und -auswertung) findet eine 45-minütige betreute Kleingruppenarbeit statt, in der jede Gruppe eine individuelle Fragestellung einer fiktiven Studie erhält, für die eine Skizze erarbeitet wird, wie die Multiple Key Informant Technique gewinnbringend angewendet werden kann. Es werden zudem Leitfragen ausgegeben, die die jeweiligen Skizzen berücksichtigen sollen.

Take Home Message für die Praxis:

  • Public Health benötigt häufig reliable Informationen über latente Kontextmerkmale.
  • Diese sollten mittels Multiple Key Informant Technique gemessen werden.

Geschätzte Anzahl Teilnehmern/innen: 30

Kurzvorstellung des/r Workshop-leitenden Person/en: Dr. Dominik Röding, Gesundheitswissenschaftler und Soziologe

Dr. Saskia Müllmann, Gesundheitswissenschaftlerin

Isabell von Holt, Gesundheitswissenschaftlerin

Interessenkonflikte: Keine


Literatur

[1] Wagner S, Rau, C, Lindemann E. Multiple Informant Methodology: A Critical Review and Recommendations. Sociological Methods & Research. 2010;38(4): 582-618. DOI: 10.1177/0049124110366231
[2] Seidler, J. On using informants: A technique for collecting quantitative data and controlling measurement error in organization analysis, American Sociological Review. 1974;39(6): 816-831. DOI: 10.2307/2094155