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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Einfluss des sozioökonomischen Status auf die Mundgesundheit – Ergebnisse der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie
Text
Inhalt: Der Einfluss sozialer Determinanten auf die Mundgesundheit stellt spätestens seit Etablierung des „Common Risk Factor Approach“ ein zentrales Thema der Public-Health-Forschung dar. Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass sozioökonomische Faktoren wie Bildung, Einkommen und beruflicher Status mit Erkrankungen des Mundes und der Zähne in Zusammenhang stehen. Ziel des vorliegenden Beitrags war es, diesen sozialen Gradienten der Mundgesundheit auf Basis aktueller Daten der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS • 6) näher zu untersuchen. Im Fokus standen soziale Unterschiede in zentralen zahnmedizinischen Endpunkten, darunter Karies und Parodontitis. Darüber hinaus wurde analysiert, welche Verhaltensweisen in diesem Zusammenhang als vermittelnde Faktoren fungieren.
Die Zusammenhänge zwischen sozialen und mundgesundheitsbezogenen Merkmalen wurden getrennt nach Altersgruppen untersucht. Berücksichtigt wurden dabei ältere Kinder, Erwachsene sowie Seniorinnen und Senioren. Als zentraler Marker für den sozioökonomischen Status wurde der Bildungsstatus der Teilnehmenden erfragt. Die zahnmedizinischen Befunde wurden in klinischen Untersuchungen erfasst.
Über alle Altersgruppen hinweg zeigten sich signifikante negative Zusammenhänge zwischen Bildungsstatus und Mundgesundheit. So wiesen Teilnehmende aus der niedrigen Bildungsgruppe unter anderem eine höhere Karieserfahrung, eine höhere mittlere Sondierungstiefe und mehr Zahnverluste auf. Diese Zusammenhänge waren insbesondere auf eine geringere Inanspruchnahme zahnmedizinischer Präventionsleistungen zurückzuführen.
Diese Ergebnisse zeigen, dass der sozioökonomische Status auch in Deutschland noch immer einen zentralen Risikofaktor für die Mundgesundheit darstellt. Der soziale Gradient entlang des Bildungsniveaus reicht von der Kindheit bis ins Seniorenalter – trotz der breiten und kostenfreien Präventionsangebote. Dies unterstreicht die fortbestehende Notwendigkeit, soziale Ungleichheiten in der zahnmedizinischen Versorgung zu adressieren und abzubauen. Die Erkenntnisse können als Grundlage für die Weiterentwicklung gezielter, zielgruppenspezifischer Präventionsstrategien für weniger gebildete Menschen dienen.
Take-Home Message: Menschen aus der niedrigen Bildungsgruppe haben über verschiedene Altersgruppen hinweg eine ungünstigere Mundgesundheit. Soziale Ungleichheiten bleiben damit ein zentrales Thema der Mundgesundheitsförderung.
Interessenkonflikte: Keine



