Logo

Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Ernährungsbezogene Gesundheitskompetenz und Ernährungsverhalten Erwachsener – Ergebnisse des Panels „Gesundheit in Deutschland“ 2024

Simon Löbl - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Almut Richter - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Gert B. M. Mensink - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland
Susanne Jordan - Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Deutschland

Text

Hintergrund: Ungesunde Ernährungsgewohnheiten gelten als wichtiger Treiber der Zunahme chronischer Krankheiten wie Adipositas und Typ-2-Diabetes. Eine Ernährungsumgebung, in der hochverarbeitete Lebensmittel intensiv beworben, leicht verfügbar und Produktinformationen oft schwer verständlich sind, trägt dazu bei, dass es vielen Menschen schwerfällt, sich gesund zu ernähren. In einer immer komplexer werdenden Ernährungsumgebung gilt die Förderung ernährungsbezogener Gesundheitskompetenz als eine wichtiges Element, um gesunde Ernährungsentscheidungen zu fördern.

Zielsetzung/Fragestellung: Die vorliegende Studie untersucht den Zusammenhang von ernährungsbezogener Gesundheitskompetenz und gesundem Ernährungsverhalten auf Bevölkerungsebene und prüft, ob dieser Zusammenhang unabhängig von der allgemeinen Gesundheitskompetenz besteht.

Material & Methoden: Für die Analyse wurden Daten der Jahreserhebung 2024 des Panels „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts ausgewertet (n=26.013). Die ernährungsbezogene Gesundheitskompetenz wurde mittels der deutschen Version des „Self-Perceived Food Literacy“-Instruments und die Ernährung über den Ernährungs-Indikator-Score (EIS) erfasst. Ein höherer EIS steht für ein gesünderes Ernährungsverhalten. Es wurden gewichtete multivariate lineare Regressionen getrennt nach Geschlecht und adjustiert nach Alter, Bildung und allgemeiner Gesundheitskompetenz durchgeführt.

Ergebnisse: Sowohl für Frauen (b = 2,238; p < 0.001) als auch für Männer (b = 2,091; p < 0.001) ist ein hohes bzw. sehr hohes ernährungsbezogenes Gesundheitskompetenzlevel mit einem signifikant höheren EIS assoziiert. Diese Assoziationen zeigen sich dabei unabhängig von der allgemeinen Gesundheitskompetenz, dem Bildungsstatus und dem Alter.

Diskussion: Die ernährungsbezogene Gesundheitskompetenz erweist sich insgesamt als robuster Prädiktor des Ernährungsverhaltens. Ihr unabhängiger Effekt von der allgemeinen Gesundheitskompetenz verdeutlicht, dass unterschiedliche gesundheitsrelevante Bereiche (z. B. Ernährung oder Bewegung) spezifische Anforderungen stellen, die mit einem globalen Maß, wie der allgemeinen Gesundheitskompetenz, nur teilweise abgedeckt werden. Da es sich bei den verwendeten Daten um selbstberichtete Informationen handelt gilt es zu berücksichtigen, dass die Ergebnisse möglicherweise einer gewissen Verzerrung unterliegen.

Take Home Message für die Praxis: Die Stärkung der ernährungsbezogenen Gesundheitskompetenz bietet Möglichkeiten gesunde Ernährungsgewohnheiten zu fördern.

Interessenkonflikte: Keine