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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Soziale Exklusion und Inklusion – Wirkmechanismen und Zusammenhänge mit der Gesundheit

Stefanie Sperlich - Medizinische Hochschule Hannover, Medizinische Soziologie, Hannover, Deutschland
Dominik Röding - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Stephanie Beyer - Leibniz Universität Hannover (LUH), Institut für Soziologie, Hannover, Deutschland
Timo-Kolja Pförtner - Universität zu Köln, Forschungs- und Lehrbereich Erziehungshilfe und Sozial-Emotionale Entwicklungsförderung, Köln, Deutschland

Text

Namen der Moderierenden sowie der Vortragende: S. Sperlich1, D. Röding2, S. Beyer3, T.-K. Pförtner4

Hintergrund: Mit den Begriffen der sozialen Exklusion und Inklusion wurde in der Soziologie bereits Ende der 2000er Jahre eine Diskussion angeregt mit dem Ziel, das traditionale Schicht- und Klassenkonzept mit dem Fokus auf „oben und unten“ in der Gesellschaft um die Dimension „drinnen und draußen“ zu erweitern. Damit ist eine Perspektiverweiterung verbunden, die den Ausschluss aus den dominanten Anerkennungszusammenhängen und Zugehörigkeitskontexten der Gesellschaft in den Mittelpunkt rückt.

Zielsetzung/Fragestellung: Bislang wurde das Thema der sozialen Exklusion und Inklusion erst in Ansätzen mit der gesundheitswissenschaftlichen Forschung in Verbindung gebracht. Vor diesem Hintergrund möchte die vorliegende Veranstaltung dazu anregen, die Potenziale dieser Konzepte verstärkt in der gesundheitlichen Ungleichheitsforschung zu diskutieren.

Diskussionspunkt: Es gibt nicht das eine Konzept sozialer Exklusion bzw. Inklusion, vielmehr bestehen unterschiedliche theoretische Zugänge und verschiedene Operationalisierungen. Gemeinsam ist den Ansätzen jedoch die Vorstellung einer nicht nur vorübergehenden, sondern dauerhaften sozialen Ausgrenzung aus relevanten gesellschaftlichen Bezügen, für deren Erfassung neben objektiven Indikatoren auch das subjektive Exklusionsempfinden bedeutsam ist.

Inhalt: Nach einem einführenden Vortrag werden zwei unterschiedliche theoretische Zugänge exemplarisch vorgestellt. Zunächst werden Prozesse sozialer Inklusion bzw. Exklusion aus der macht- und konflikttheoretischen Perspektive Bourdieus erläutert. In einem zweiten Beitrag wird das Thema aus sonderpädagogischer Perspektive betrachtet und dabei insbesondere auf Bedingungen der sozialen Inklusion im schulischen Kontext fokussiert. Beide Beiträge thematisieren die Implikationen für die gesundheitliche Ungleichheitsforschung. Die Veranstaltung ist so konzipiert, dass im Anschluss an die Vorträge Zeit für Fragen, Kommentare und anregende Diskussionen vorgesehen ist.

Take Home Message für die Praxis: Konzepte sozialer Exklusion und Inklusion sind mehrdimensional ausgerichtet und berücksichtigen sowohl ökonomisch-materielle als auch soziale und soziokulturelle Formen gesellschaftlicher Einbindung und Ausgrenzung. Trotz konzeptioneller Herausforderungen können sie zu einer Perspektiverweiterung der gesundheitlichen Ungleichheitsforschung beitragen.

Interessenkonflikte: Keine