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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Homeoffice während der COVID-19-Pandemie und Veränderungen in der mentalen Gesundheit: Ergebnisse aus der NAKO-Gesundheitsstudie
Text
Hintergrund: Die Corona-Pandemie hat zu einem Anstieg der Arbeit im Homeoffice geführt. Homeoffice kann Vorteile wie mehr Flexibilität und weniger Pendelzeit bieten, birgt aber auch psychosoziale Belastungen wie verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Bisherige Studien zeigen Zusammenhänge mit Depressions- und Angstsymptomen, beziehen sich jedoch meist auf die erste Phase der Pandemie. Über längerfristige Entwicklungen im Zusammenhang mit Veränderungen im Homeoffice-Status ist wenig bekannt. Ziel dieser Studie ist es, den longitudinalen Zusammenhang zwischen Veränderungen im Homeoffice-Status und Veränderungen von Depressions- und Angstsymptomen zu untersuchen.
Methoden: Die Daten stammen aus der Baseline-Befragung (2014–2019) sowie aus den Corona-Sonderbefragungen von 2020 und 2022 der NAKO-Gesundheitsstudie. Die Stichprobe umfasst 59.398 Erwerbstätige mit Daten zu allen drei Zeitpunkten. Mittels Fixed-Effects-Modellen wurden intraindividuelle Veränderungen der depressiven Symptomatik (PHQ-9) und der Angstsymptomatik (GAD-7) im Zusammenhang mit dem Homeoffice-Status analysiert, wobei sowohl der Wechsel ins Homeoffice als auch der Wechsel zurück in die Präsenzarbeit berücksichtigt wurden. Die Modelle wurden für den selbstberichteten Gesundheitszustand und Zeiteffekte adjustiert. Interaktionsanalysen wurden durchgeführt, um Unterschiede nach soziodemografischen Merkmalen (Alter, Geschlecht, Bildung) und Erhebungswellen zu untersuchen.
Ergebnisse: Der Wechsel des Homeoffice-Status war in vorläufigen Analysen mit einem leichten Anstieg von Angstsymptomen (b = 0,07; 95%-KI: 0,03–0,11) und depressiven Symptomen (b = 0,10; 95%-KI: 0,06–0,14) verbunden. Insgesamt sind die beobachteten Zusammenhänge jedoch sehr gering und variieren nach soziodemografischen Merkmalen sowie zwischen den Erhebungswellen. Zunahmen der Depressions- und Angstsymptome zeigen sich vor allem bei jüngeren Personen (20–39 Jahre) und bei Frauen, während bei älteren Personen (50–69 Jahre) und bei Männern eher stabile oder leicht rückläufige Werte zu beobachten sind.
Schlussfolgerung: Veränderungen im Homeoffice-Status gehen mit geringen intraindividuellen Veränderungen der psychischen Gesundheit einher. Diese Effekte unterscheiden sich nach Geschlecht und Alter, während der Einfluss von Bildung gering ist.
Take-Home Message: Homeoffice ist kein genereller Risikofaktor für die psychische Gesundheit – entscheidend ist, für wen es sich eignet und unter welchen Bedingungen.
Interessenkonflikte: Keine



