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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Erfahrungen von Menschen mit Seh,- Hör- oder Mobilitätsbeeinträchtigung in der Gesundheitsversorgung – eine qualitative Studie

Lea Gölz - Medizinische Fakultät der Universität Augsburg, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Augsburg, Lehrstuhl für die Medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderung und Teilhabebeschränkungen, Augsburg, Deutschland
Antonia Pflüger - Medizinische Fakultät der Universität Augsburg, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Augsburg, Lehrstuhl für die Medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderung und Teilhabebeschränkungen, Augsburg, Deutschland
Birgit Prodinger - Medizinische Fakultät der Universität Augsburg, Institut für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Augsburg, Lehrstuhl für die Medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderung und Teilhabebeschränkungen, Augsburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Internationalen Studien zufolge erfahren Menschen mit Behinderungen Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung, unter anderem aufgrund umweltbedingter und struktureller Barrieren. UN und erste empirischen Studien weisen auch auf in Deutschland teils bestehende Lücken und Hürden hinsichtlich einer inklusiven und bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderungen hin.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie ist die Exploration von Erfahrungen Erwachsener mit Seh-, Hör- oder Mobilitätsbeeinträchtigungen hinsichtlich der Zugänglichkeit, Verfügbarkeit, Nutzbarkeit und Angemessenheit der Gesundheitsversorgung.

Material & Methoden: Es wurden Gruppendiskussionen mit Menschen mit Seh-, Hör- oder Mobilitätsbeeinträchtigungen und mit Gebärdensprachdolmetschenden durchgeführt. Die Zuteilung zu den Gruppen erfolgte durch die Teilnehmenden selbst. Die Gruppendiskussionen wurden auditiv aufzeichnet, transkribiert, pseudonymisiert und in Anlehnung an die Reflexive Thematische Analyse ausgewertet. Zudem wurden mittels Fragebögen Daten zur Soziodemografie, Gesundheitskompetenz und Funktionsfähigkeit erhoben und deskriptiv ausgewertet.

Ergebnisse: Insgesamt nahmen 18 Personen (10 w, 8 m) an der Studie teil, davon 4 mit Seh-, 5 mit Hör-, 6 mit Mobilitätsbeeinträchtigungen und 3 Dolmetschende der Deutschen Gebärdensprache. Es wurden 6 Gruppendiskussionen mit einer Durchschnittslänge von 79 Minuten durchgeführt. Die Auswertung der Gruppendiskussionen läuft und wird voraussichtlich bis Herbst 2026 abgeschlossen sein. Erste Einblicke in die Daten zeigen neben mangelnder Barrierefreiheit im Zugang zur und Nutzung von Gesundheitsversorgung unter anderem folgende Punkte auf: Expertise über die eigene Beeinträchtigung als Notwendigkeit für eine adäquate Versorgung, hohe Bedeutung von An- und Zugehörigen, teils unzureichende spezialisierte Versorgung, gemeinsame und unterschiedliche Erfahrungen zwischen den Personengruppen.

Diskussion: Die Studie gibt einen Einblick in die Erfahrungen Erwachsener mit Seh-, Hör- oder Mobilitätsbeeinträchtigungen in der Gesundheitsversorgung und bietet diesbezüglich einen Mehrwert hinsichtlich eines differenzierteren Verständnisses von beeinträchtigungsspezifischen und -übergreifenden Determinanten.

Take Home Message für die Praxis: Menschen mit Seh-, Hör- oder Mobilitätsbeeinträchtigung erfahren vielfältige Barrieren in der Gesundheitsversorgung. Diese gilt es in der Praxis im Sinne der Reduktion gesundheitlicher Ungleichheit zu berücksichtigen.

Interessenkonflikte: Keine